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Gwar erhielten Morddrohungen wegen satirischer Auftritte

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Seit mehr als 40 Jahren nehmen Gwar Prominente, Politiker und andere Persönlichkeiten aufs Korn. Ob O.J. Simpson, Michael Jackson, Jesus Christus oder einer der US-Präsidenten seit Ronald Reagan – viele wurden bereits symbolisch auf der Bühne hingerichtet. Hauptsache es ist möglichst kontrovers, politisch und/oder moralisch umstritten. Manche Menschen fühlen sich davon scheinbar derart auf den Schlips getreten, dass sie sogar Morddrohungen aussprechen.

Beim letztjährigen Riot Fest in Chicago hat die Band den derzeit amtierenden US-Präsidenten Donald Trump ausgeweidet und Tech-Milliardär Elon Musk enthauptet. Natürlich nicht wirklich, sondern auf ironisch-gespielte Weise. Darauf folgte offenbar nicht nur ein harmloser Shitstorm. Aufnahmen der Performance kursierten schnell im Internet, erregten die Aufmerksamkeit von MAGA-nahen Influencern und lösten Verurteilungen, Anschuldigungen der Gewaltverherrlichung und sogar Morddrohungen gegen die Band aus.

Gwar = Personifizierte Grenzüberschreitung

In einem Post hieß es beispielsweise: „Gwar haben Elon Musk auf der Bühne zum Schein hingerichtet. Das ist nicht provokant, sondern grotesk, rücksichtslos und normalisiert Gewalt gegenüber einer echten Person. Das ist nicht okay. Gwar und Riot Fest haben eine wichtige Linie überschritten.“ Die Band reagierte darauf wie folgt: „Gewalt normalisieren? Dafür brauchen die Menschen Gwar nicht.“ Auch vom Riot Fest selbst kam hierzu eine Reaktion: „Ich weiß, das ist ein Clickbait-Account, mit dem Wut angestachelt werden soll, aber ‚Gwar haben eine rote Linie überschritten‘ ist eines der lustigsten Dinge, die ich jemals gehört habe.“ 

Die maskierte Truppe nutzt die Kontroverse seither weiterhin als Treibstoff für ihre langjährige satirische Maschinerie. Weitere politische Persönlichkeiten wie ICE oder die ehemalige Heimatschutzministerin Kristi Noem fielen dem Bühnenspektakel seither symbolisch zum Opfer. Während sich die einen über derlei „Respektlosigkeiten“ im Netz echauffierten und es dabei beließen, sind andere offenbar einen Schritt weitergegangen.

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In einem Interview mit The Guardian bezeichnete Gitarrist Mike Derks (Balsac The Jaws Of Death) die Angelegenheit kürzlich als geradezu absurd: „Eigentlich ist es lächerlich, aber es war beängstigend, als wir Morddrohungen in den Sozialen Medien erhielten. Es hat mich sehr geärgert, als Leute behaupteten: ‚Oh, das dürft ihr nicht machen.‘ Das ist das Land, in dem wir das eigentlich dürfen sollten!“ Stichwort: Meinungsfreiheit. Echte Androhungen von echter Gewalt aufgrund von Satire? So viel zum Überschreiten von Linien.


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Heidi Skrobanski schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

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