Himsa + A Life Once Lost Live Bericht

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Wer diese Tour geplant hat, sollte wirklich einen Orden bekommen. Eigentlich sogar zwei: Einen für eine extrem lustige Tour, bei der alle Musiker einen wahnsinnigen Spaß haben – und einen für eine ungeheuer schlecht durchdachte Zusammenstellung an Bands und Dates.

Nicht nur, dass am gleichen Tag in München noch Megadeth / Mercenary und Dillinger Escape Plan als doppelte Konkurrenz spielen! Nein, außer Himsa und Anterior passen die Bands auch mal gar nicht zusammen, so dass das Publikum bis zum Headliner extrem zurückhaltend ist und auch nicht mehr als 60 Leute da sind.

Anterior macht das eher wenig aus. Die Waliser spielen zwar vor fast leerem Haus, legen sich aber mit Feuereifer in die Seile und schnalzen einen Brocken aus Metalcore meets traditionellem Heavy Metal nach dem anderen vor. Technisch wirklich fit und mit massivem Spaßfaktor, können es einem die ständigen Soli allerdings auch etwas verleiden. Geschmackssache halt.

Dem Publikum ist es eh egal. Es wartet auf Himsa.

Too Pure To Die mit ihrem massiv an Bury Your Dead angelehnten Hardcore passen natürlich mal gar nicht, haben aber drei (!) Turnburschen vor der Bühne, die zu Songs wie ‘Dead To Me’ Two-Step und Violent Dancing in verschiedenen Güteformen vorführen. Dazu turnt Sänger Paul – der schlechtestgekleidete Mann des Abends – auf der Bühne vor, sicherheitshalber schon in ein Stirnband gewickelt und mit Handtuch ausgerüstet. Credibility hat die ganze Aktion Null – macht aber endlos Spaß, weil auf und vor der Bühne schlicht und ergreifend augenzwinkernde gute Laune herrscht.

Außer den Turnern warten trotzdem alle auf Himsa.

Böse wird es mit A Life Once Lost, die für The Agony Scene eingsprungen sind.. Die fünf Burschen scheinen während ihrer mittlerweile schwer nach Mastodon klingenden Songs ernsthaft schlechte Laune zu haben und brettern mit einer beeindruckenden Präzision und Intensität los. Sänger Bob schlägt sich zwischenzeitlich die Stirn auf und blutet, bangt aber trotzdem wie Hulle und stört sich nicht dran. Wahnsinnige Show – die leider niemanden animiert.

Es setzt zwar lauten Applaus, doch bewegungstechnisch warten alle weiterhin auf Himsa.

Und als Himsa endlich auf die Bühne kommen, sind die rund 60 Leute dann auch ohne großes Loch im Publikum vor der Bühne. Dass gefeiert wird, versteht sich von selbst, denn gerade die Songs vom aktuellen Album SUMMON IN THUNDER, zum Beispiel ‘Big Timber’, kommen live extrem gut. Fans bangen, die Band lässt sich per Bühnenrand von Anterior mit Spaßgetränken versorgen und die gute Laune erreicht ihren Höhepunkt. Grenzen gibt es heute Abend eh nicht, so dass Publikum, Band und die Kollegen der Support-Bands bunt gemischt vor und neben der Bühne stehen, trinken, bangen und den Metal feiern.

Mehr Publikum hätte es zwar schon sein können, aber bei der Konkurrenz (s.o.) und keiner Band, die momentan wirklich die Massen mobilisiert, bleibt diese Tour aus der 2. Reihe eben ein Geheimtipp. Wer da war, hatte aber derben Spaß. Entweder beim zusehen, oder final bei Himsa beim Abgehen.

TOBIAS GERBER

Bilder von allen Bands findet ihr oben in der Bildergalerie!

Weitere Live-Berichte:
+ Dismember + Hatesphere + Fall Of Serenity Live Bericht
+ Misery Speaks + The Sorrow + Grantig live Bericht
+ Korn + Flyleaf + Deathstars Live Bericht

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Kerry King rekapituliert seine Zeit bei Megadeth

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