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Huntress: Interview zu SPELL EATER

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Für amerikanische Verhältnisse sind die Fotos von Jill und ihrer Band ein gewagter Tabubruch. Mit Ausnahme von Schambereich und Nippel stellt die Blondine so ziemlich alles zur Schau, was man mit Blut beschmieren kann. Okkulte Riten und wollüstiges Fleisch: Der bigotte Teil der Vereinigten Staaten dürfte angesichts dieser visuellen Provokation Weihwasser husten. Dagegen wirkt der „Nipplegate“-Skandal von Janet Jackson anlässlich des Superbowls 2004 geradezu kindisch. „Es ist mir egal, was andere Leute von mir und meinen Outfits denken“, versichert Janus kichernd. „Was auch immer du dir für Vorstellungen von dem machst, wofür Huntress stehen: Beim Hören unserer Musik werfen wir das komplett über den Haufen. Bisher hatten wir noch keine Probleme, aber wer weiß, was passiert, wenn wir demnächst mit Dragonforce auf Tour sind? Unser Image dient dazu, die Aufmerksamkeit der Fans zu gewinnen. Ich bin eine Hexe: Heidentum, Nacktheit sowie Sex sind ein elementarer Bestandteil meines Wesens.“

Ihre tänzerischen (Jill nimmt seit über 20 Jahren Ballettunterricht) und gesanglichen Fähigkeiten endeten in einer exzentrischen Cabaret-Show, in deren Scheinwerferlicht Jill zu einer schillernden Persönlichkeit der Clubszene avancierte. Schwule Freunde überredeten sie, zusätzlich als DJ zu fungieren. Das lief dank ihres temperamentvollen Auftretens so gut, dass die rotierenden Plattenteller schließlich die Hauptbeschäftigung darstellten. Irgendwann legte Tuesday – so ihr Künstlername – in einem angesagten Schuppen im World Trade Center auf. „Die Leute sagen immer, ich würde von meinen vielen Talenten profitieren“, zuckt Jill mit den Schultern. „Das glaube ich nicht. Ich komme aus eher ärmlichen Verhältnissen, mir wurde früh gelehrt, dass man sich alles im Leben hart erarbeiten muss. Das versuche ich umzusetzen.“ Am Morgen des 11. Septembers 2001 verließ sie um zwei Uhr morgens den Club. Knappe sieben Stunden später wurde der Nordturm vom ersten Flugzeug getroffen.

Die Band, mit der Jill Janus zusammentraf, trug den Namen Professor und hatte sich mit ihrem knorrigen Classic Metal einen guten Ruf im kalifornischen Underground erspielt. Die Fähigkeiten der Musiker beeindruckten die Sängerin und ermutigten sie, den Jungs ihre Demos zu präsentieren. „Sie meinten, das Ganze klänge nach Iron Maiden light“, erinnert sich Jill glucksend. „Ich denke, das war als Kompliment gemeint.“ Muss es wohl, denn Professor vereinbarten gemeinsame Probentermine, die schnell klarmachten, dass hier etwas entstehen könnte, das (nicht nur magische) Kreise ziehen kann. „Ich habe viele Jahre nach den richtigen Instrumentalisten gesucht“, freut sich Janus. „Mit diesen Typen habe ich endlich meine Bestimmung gefunden. Sie sind wie Brüder für mich.“


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