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Im Blues-Delirium bei: Blues Pills + The Pinkertons + Quarter Wolf

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Senkrechtstarter, Newcomer des Jahres, Hoffnungsträger eines ganzen Genres – im auslaufenden Musik-Jahr 2014 hörte man diese Lobpreisungen nicht selten in Zusammenhang mit dem schwedisch-französisch-kanadischen Gespann von Blues Pills. Nach der Veröffentlichung des Debütalbums (Platz 4 der deutschen Charts) Ende Juli hieß es für das Quartett nur noch ‘Touren, Touren, Touren’. Und das höchsterfolgreich, wie sich anhand der zahlreichen ausverkauften Clubs herausstellen sollte. Das Konzert in Oslo macht da keine Ausnahme, auch wenn es nicht ganz so frenetisch zugeht wie in Deutschland.

Als Support dienen am heutigen Abend zwei minder bekannte lokale Bands: Das Duo von Quarter Wolf macht den Anfang und bestreitet sein Programm ganz im Stile von The White Stripes lediglich mit Schlagzeug, Gitarre und Gesang. Zwar geben sich die Herren redlich Mühe, der Funke will aber aufgrund der bis dato noch mickrigen Anzahl an Zuschauern nicht überspringen. Etwas mehr Glück haben da The Pinkertons, die sich musikalisch wie optisch eher an Acts wie Mando Diao, The Hives oder The Kooks orientieren. Alles in allem hätte man sich an dieser Stelle aber doch wieder die jungen Wilden von The Vintage Caravanzurückgewünscht, die dem Blues Pills-Publikum vor allem in Deutschland ordentlich einheizten.

Nachdem sich der Club dann doch noch ordentlich gefüllt hat, dürfen Blues Pills endlich beweisen, warum sie gemeinhin als das nächste große Ding im Retro-Rock gehandelt werden. Die energischen ‘High Class Woman’ und ‘Ain’t No Change’ erweisen sich dank des druckvollen und glasklaren Sounds als perfekte Einstiegsdroge, um in das bluesgetränkte Universum der vier Jungspunde abzutauchen.  Im Anschluss legt sich das federleichte ‘Dig In’ wie ein seidener Schleier über das andächtig lauschende Publikum. Diese entfaltete Magie auf der Bühne hat einen Grund: Mittlerweile ist sich nämlich jeder der Protagonisten seiner Rolle innerhalb der Band voll und ganz bewusst, weshalb sie in Gänze wie ein frisch geöltes Uhrwerk funktionieren. Während Zack Anderson am Bass und Neueinsteiger André Kvarnström am Schlagzeug das Rhythmus-Fundament legen, sich aber vornehm zurückhalten, stehen der Saitenmagier Dorian Sorriaux und das Stimmwunder Elin Larsson als Aushängeschilder der Band klar im Vordergrund – auch wenn sie ihre sympathische Schüchternheit immer noch ab und zu durchblitzen lassen.

Der blutjunge Gitarrist besticht einerseits durch sein introvertiertes Auftreten, andererseits aber auch durch die fast schon stoische Selbstverständlichkeit mit der er sich ein Gitarren-Lick nach dem anderen aus dem Ärmel zaubert. So veredelt er dann auch einige Songs mit ausgedehnten Jam-Einlagen, wie etwa das lässig gezockte Tony Joe White-Cover ‘Elements and Things’. Über allem thront jedoch Elins Stimmgewalt, die mal melancholisch-gefühlvoll (‘No Hope Left For Me’), mal rotzig-röhrend (‘Devil Man’) zur Geltung kommt und den ohnehin schon fantastisch dargebotenen Songs endgültig die Krone aufsetzt.

Bei so viel geballtem Talent vergeht die Zeit leider wie im Fluge. Nach gut einer Stunde haben Blues Pills bis auf ‘The River’ bereits ihr komplettes Song-Repertoire abgerufen und verabschieden sich mit dem großartigen Rausschmeißer ‘Little Sun’. Das schreit natürlich nach einer formidablen Zugabe in Form ‘Black Smoke’ und einem hoffentlich baldigen Album-Nachfolger. Bedenkt man das zarte Alter dieser Truppe, die musikalische Qualität, die sie schon jetzt an den Tag legt und das riesige Potential, das noch in ihr schlummert, so darf man aber hier auf Großes hoffen – und das völlig zu Recht.

Setlist:

  1. High Class Woman
  2. Ain’t No Change
  3. Dig In
  4. No Hope Left For Me
  5. The Time Is Now
  6. Astralplane
  7. Bliss
  8. Elements and Things
  9. Devil Man
  10. Little Sun
  11. Black Smoke

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