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Im Pit bei: Amon Amarth + Carcass

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Mal wieder ein Frühkonzert auf der Hamburger Reeperbahn: Bereits um 17.30 Uhr öffnet das Docks an diesem Freitagnachmittag seine Pforten. Wer jedoch extra früh angepilgert ist, wird enttäuscht: Die Briten von Hell haben es leider nicht nach Hamburg geschafft. Carcass-Keifer Jeff Walker erklärt liest später auch den Grund von einem Spickzettel vor: „Sorry, können nicht kommen, Van kaputt.“ Schade, aber gut, dann eben nur die englischen Grindkönige und das schwedische Wikingerkommando.

Wann waren Carcass eigentlich das letzte Mal in Hamburg? Es war in den 90ern – nur die Altvorderen können sich daran wohl noch erinnern. Und die Metal-Chirurgen kehren mit einer derartigen Macht zurück, dass es dem Grind-Connaisseur die Gänsehaut auf dem Rücken aufstellt. Oder wahlweise auch auf dem Hodengeschwür, das – neben ein paar anderen mitunter schwer zu erkennenden Körperteilen – auf dem mit Videoanimationen gefütterten Sidedrop prangt.

Klar, Carcass machen dem Titel ihres aktuellen Albums SURGICAL STEEL alle Ehre, liefern aber auch die alten Hits wie ‚Buried Dreams‘, ‚This Mortal Coil‘ oder ‚Heartwork‘ ab. Ganz großes Kino – allein dieser leider viel zu kurze Auftritt war den Ausflug an diesem Abend wert. Bitte nicht wieder erst in 20 Jahren wiederkommen!

Im Anschluss machen Amon Amarth dann das, was sie immer machen: eine räudige Wikingerparty veranstalten. Man kann es Routine nennen, man kann aber auch einfach nur die wie immer Tapireier-dicke Show der Nordmänner um Growl-King Johan Hegg feiern.

Mit ‚Father Of The Wolf‘ packen sie ihr Publikum im ausverkauften Docks (Was kommt als Nächstes – die Sporthalle?) vom ersten Song an an den Eiern und lassen diese im Laufe der folgenden anderthalb Stunden auch nicht mehr los. Natürlich gibt’s diverse Songs vom 2013er DECEIVER OF THE GODS, wie den Titeltrack, ‚We Shall Destroy‘ oder das epische ‚Warriors Of The North‘, aber auch ein paar „ältere“ Hits hallen durch den Saal:

Von ‚Death In Fire‘ über ‚Varyags of Miklagaard‘ bis hin zu ‚Destroyer Of The Universe‘ und ‚War Of The Gods‘ reicht die Palette. Obwohl man so langsam sagen muss: Je mehr Alben die Schweden aus dem Wikingerhelm zaubern, desto schwieriger wird es auch, ihrer immensen Diskografie live gerecht zu werden. Aber so ist das Leben. Als Zugabe gibt’s ‚Twilight Of The Thunder God‘ und, na klar, die Bandhymne ‚The Pursuit Of Vikings‘: dam-dadamdam-dam! Immer wieder einen Brandschatztörn wert, das Drachenbootkommando! Findet auch das Hamburger Publikum und feiert Hegg und Co. voller martialischer Inbrunst. Und das völlig zu Recht.

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