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Im Pit bei: Bring Me The Horizon

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Verstörte Blicke im Publikum und auf der Bühne dominieren das Bild, als Bring Me The Horizon loslegen. Irgendwie  fehlt die Hälfte der Vocals. Aufregung macht sich bei der Stage-Crew breit. Es werden Kabel kontrolliert, an Steckern gerüttelt, nur an der Stimme tut sich nichts. Ein Stagehand eilt zur Hilfe, und richtet den Fehler. Zwei Wörter hält das Provisorium, dann ist wieder Ruhe.

Sänger Oli Sykes schnappt sich aus lauter Verzweiflung das Mic von Synthiespieler und Neuzugang Jordan Fish um Sekunden später wieder ohne Sprachrohr da zu stehen. Es ist fast komisch.

Der Frontmann macht aus der Not eine Tugend, versucht sich im Luftgitarre spielen und lässt Berlin jeweils in eines der beiden nicht funktionierenden Mikros brüllen. ‚Shadow Moses‘ ist inzwischen durch und ‚Chelsea Smile‘ bekommt als Karaokeversion einen neuen Anstrich. Die Aufregung der Techniker ist blanker Panik gewichen, und wird erst mit dem dritten Mikrofon beseitigt.

Die Stimme dröhnt, doch der Sänger hört sich nicht. Das Durcheinander hat den Monitormix zunichte gemacht. Ein beherzter Tritt gegen den Lautsprecher dann sackt Oli zusammen. Es ist zum Verzweifeln.

Bei ‚The House Of Wolves‘ hat sich die Band dann endlich gefangen, und es dauert noch drei weitere Songs bis auch der Hallensound wieder passabel klingt. Die gute Vorarbeit von Your Demise ist allerdings dahin und Berlin hat es schwer in Fahrt zu kommen. ‚Go To Hell, For Heaven’s Sake‘ und ‚It Never Ends‘ helfen. Doch die Wall of Death klappt auch beim dritten Anlauf nicht.

Oli gibt entnervt auf und fragt das Publikum ob sie einen Circle Pit kennen? Das Ergebnis ist ernüchternd, egal ob ehrlich oder aus Trotz.

Es läuft im wahrsten Sinne nicht alles rund heute Abend. Weder Backdrop noch sonstige Insignien kennzeichnen den Headliner. Kahl und einfach ist die Bühne genau wie die Kommunikation mit dem Publikum. Kein Wort zum langjährigen Bandgefährten Jona Weinhofen und dessen Ausscheiden, keine Einführung des neuen Gesichtes am Keyboard. Musikalisch sind sie fit, keine Frage, und vor allem Oli hat viel für seinen Gesang getan was sich in einer guten Performance neuen Materials wie ‚And The Snakes Start To Sing‘ niederschlägt.

Aber von Bands diesen Formats erwartet man mehr. ‚Empire‘, ‚ Blessed With A Course’ und ‚Antivist‘ folgen als Ausklang und füllen mit der Zugabe ‘Sleepwalking’ gerade so die obligatorische Stunde Spielzeit. Eine eher schwache Kür für eine Band, die mit ihrem dritten Album große Ambitionen offenlegt und nicht weniger für sich beansprucht, als die Spitze des Genres.

Anm.d.Red .: Über Your Demise konnte leider nicht berichtet werden.

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