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Im Pit bei der Rebellion Tour

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Der 27.04.2014. Es ist ein wunderschöner Sonntagnachmittag. Blauer Himmel, die Sonne scheint und es ist warm. Eigentlich ein idealer Tag, um ihn im Park zu verbringen, sich mit Freunden zu treffen, zu grillen und ein paar Bierchen zu trinken.

Dennoch verschlägt es heute eine Menge schwarz gekleideter und tätowierter Leute in das Astra an der Revaler Straße. Der Grund dafür: Heute findet hier die Rebellion-Tour mit Madball, H2O, Ignite, Biohazard und einigen Support-Bands statt. Beim Lesen des LineUps wird klar, warum sich heute doch so viele Leute gegen den Park und das schöne Wetter entschieden haben.

Den Anfang machen Final Prayer, die wohl bekannteste Band der Berliner Hardcore-Szene. Leider ist das Astra noch nicht wirklich gefüllt und die Stimmung ist auch sehr verhalten. Obwohl der Sound kraftvoll ist und drückt, will keine richtige Feierlaune aufkommen. Vor der Bühne klafft ein großes Loch, in welchem sich nur vereinzelt ein paar Mosher tummeln, die aber den Platz genießen und sich austoben. Nach ca. 30 Minuten und Hits wie ‘Right Here Right Now’, ‘Wartime’ und ‘All Of Us’ verabschieden sich Final Prayer, die in diesem Jahr ihr 10-jähriges Bandjubiläum feiern.

Nun liegt es an den fünf Portugiesen von Devil In Me, die Menge weiter anzuheizen und die Stimmung zum Kochen zu bringen. Was aber leider nur geringfügig gelingt. Zwar ist das Astra nun etwas gefüllter, aber dennoch klafft das Menschenloch vor der Bühne und bis auf einen etwas größeren Moshpit am Ende des Sets passiert nichts, was die Stimmung erheblich verbessert. Zwar ist sie nicht schlecht, aber der Funke will einfach nicht überspringen. Hierbei ist fraglich, was der Grund dafür ist. Ist es zu früh oder ist die Band dem Berliner Publikum nicht „Oldschool“ genug? Devil In Me liefern auf jeden Fall eine, für eine zweite Band des Abends, definitiv würdige Show ab.

Als Wisdom In Chains die Bühne betreten, wirkt das Astra zum ersten Mal gut gefüllt. Auch das Loch vor der Bühne hat sich nun endlich gefüllt. Mit kurzen aber knackigen Songs hauen die Jungs ein Brett nach dem anderen heraus und zeigen, wie man eine Menge anheizt. Der erste Circle-Pit zu ‘Liar’ und der erste Crowdsurfer des Abends zu ‘Fighting In The Streets’ gehen auf das Konto von Wisdom In Chains. Während ihres bekanntesten Hits ‘Chasing The Dragon’ sind auch zum ersten Mal Chorgesänge aus dem Publikum zu vernehmen, sodass die Band zufrieden ihre Showtime beenden kann.

Wer schon Shows von H2O gesehen hat, weiß was ihn auch heute erwarten wird. Eine volle Bude, ein guter  Sound, Spaß und „Hits, Hits, Hits“. Direkt ab dem ersten Song gröhlt gefühlt das gesamte Astra die Songs der fünf New Yorker mit. Mit ihrem melodischem Stil zeigen sie von Anfang an, in welche Richtung es geht und kein Mensch in der Location scheint still zu stehen. Auch wenn die Band, bis auf Sänger Toby Morse, manchmal etwas gelangweilt wirkt, tut das der Stimmung keinen Abbruch. Hier ein paar Crowdsurfer, hier ein Pit, da ein Pit. H2O wissen definitiv, wie sie Massen in Bewegung setzen. Aber auch Entertainment geht bei der Band nicht unter: Gastsänger wie Freddy von Madball oder Mad Joe Black von Wisdom In Chains verleihen der Show Abwechslung. Nicht nur die Gäste sorgen für Stimmung – auch die an The Police angelehnte Gesangseinlage von Bassist Adam Blake oder der an Black Sabbath’s ‘War Pigs’ angelehnte Song ‘5 Year Plan’ heben die Stimmung. Als humoristischen Höhepunkt muss an dieser Stelle noch erwähnt werden, wie Frontmann Toby das Mikrofon nutzen wollte, um das Publikum an der Show teilhaben zu lassen: Durch etwas unachtsames Werfen des Mics in die Menge wird eine Crowdsurfer am Kopf erwischt. Doch glücklicherweise passiert hier nichts und alle nehmen es mit einem Lacher zur Kenntnis. Nach einem High-Five im Vorbeigehen ist der Fan besänftigt und das Mikrofon kehrt zur richtigen Person zurück. Kurze Zeit später verabschieden sich H2O von der zufriedengestellten Crowd.

Als nächstes sind die vier New Yorker von Biohazard an der Reihe. Anfangs geht die Stimmung sehr gut nach vorn und das Astra kocht förmlich. Bis zum Höhepunkt als Gitarrist und Sänger Billy Graziadei auf dem Wellenbrecher steht und dort ein Gitarrensolo zum Besten gibt. Leider flacht die Stimmung ab diesem Punkt wieder etwas ab. Es gibt zwar einen Pit und hier und da Bewegung, aber dennoch geht die Stimmung einfach etwas zurück. Dennoch verlassen Biohazard die Bühne unter Jubel und Applaus und machen Platz für Ignite.

Mit ‘Hurt’ von Johnny Cash als Intro startet der von vielen ersehnte und erwarte Auftritt von Ignite. Mit ‘Let It Burn’ wird direkt mit einem Song vom OUR DARKEST DAYS-Album gestartet. Und die Masse dankt mit Gesangchören, einem übervollem Astra und reichlich Bewegung bis in die hintersten Reihen. Insgesamt eine sehr ausgereifte Setlist, die keinen Song vermissen lässt. Aber dennoch wirkt die Show etwas zu durchstrukturiert und die Band lässt immer wieder den Anschein aufkommen, dass sie es einfach nur hinter sich bringen will. Auch der Sound wirkt im Vergleich zu den vorherigen Bands um einiges schlechter. Zu viel Bass und Schlagzeug und eine viel zu leise Gitarre lassen den Spaß am Auftritt der Kalifornier etwas untergehen. Doch beim neuen Song ‘You Can’t Stop Me’ wirkt alles wie ausgewechselt. Die Band wirkt voller Elan und Motivation und auch der Sound klingt perfekt abgemischt. Doch bei dem darauffolgenden ‘By My Side’ wirkt alles wieder wie ausgetauscht. Der Bass drückt übermäßig, die Gitarren sind zu leise und die Band macht wieder einen unmotivierten Eindruck. Wenn die Band den neuen Song in den Mittelpunkt der Show stecken wollte, hat sie das auf jeden Fall geschafft. Das Publikum stört das keinesfalls. Ignite wird vom Anfang bis zum Ende abgefeiert. Mit ‘Veteran’ verabschiedet sich das Quintett und macht die Bühne frei für die letzte Band des Abends.

Nun liegt es an Madball, den Tag zu beenden und die moshende Feiermeute an diesem Abend nochmal komplett zu fordern und anschließend auf den wohlverdienten Heimweg zu schicken. Mit einem scheppernden Intro und ‘Hardcore Lives’ geht es von Anfang an genau so hart zur Sache, wie man es von der Band kennt und erwartet. Neu ist für manche die Frisur von Freddy Cricien: Schulterlanges Haar ersetzt die sonst so vertraute Kurzhaarfrisur. Aber das ändert keinesfalls etwas an dem Auftritt von Madball. Die typische und druckvolle Härte, für die die New Yorker Hardcore-Band bekannt ist, zieht sich durch jeden einzelnen Song. Keine Spur von Regression oder Alterschwäche – Madball sind auch nach 26 Jahren immer noch eine Macht in der Hardcore-Szene. Mit Songs wie ‘Set It Off’, ‘Infiltrate The System’, ‘Hardcore Pride’ und ‘Heaven And Hell’ packen die Jungs die besten Hardcore-Hymnen aus und geben dem Publikum nochmal richtig Futter ehe nach einer Zugabe und 25 Songs die Show und somit die Rebellion Tour 2014 beendet wird.

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