Im Pit bei: Judas Priest + Five Finger Death Punch

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Eine mutige Paarung ist es schon: Für das Vorprogramm ihrer aktuellen Europatour haben Judas Priest die Proll-Amerikaner Five Finger Death Punch eingeladen, die Ende August ein neues Album veröffentlichen wollen. Ganz absurd ist es dann aber doch nicht, schließlich überraschte Rob Halford bereits 2013 mit einem Gastauftritt beim Death Punch-Song ‘Lift Me Up’. Es besteht also die vage Hoffnung, dieses Spektakel auch in der Live-Umsetzung bestaunen zu dürfen.

Five Finger Death Punch

Doch soweit kommt es leider nicht: Zwar zocken Five Finger Death Punch das Halford-Stück, der Metalgod tritt dabei jedoch nicht Erscheinung. Stattdessen beeindrucken die Amis mit ständigem Gitarrenwechsel, fliegenden Dreads und Bärten, ihrem im Skelettanzug agierenden Drummer sowie dickem Sound, Proll-Attitüde und einer Hit-Setlist. Diese wird von den vorderen Reihen der Treptower Arena gebührend gefeiert: Besonders bei den Balladen zeigt sich Berlin textsicher und stimmgewaltig. Hinten regiert dagegen gemütliche Biertrinkerstimmung – der ein oder andere Kuttenmetaller mag sich wundern, was Ivan Moody, Zoltan Bathory und ihre Mannschaft da anstellen und warum sich Geschrei und Gesang abwechseln; doch am Ende des energetischen, eine Dreiviertelstunde dauernden Auftritts zollen selbst die älteren Semester höflichen Applaus.

Nach dem Auftakt drängen die Menschenmassen nach draußen, um der schlechten Luft in der Arena zu entgehen. Vor der Halle könnte man bei lauen Temperaturen gut und gerne den Abend verbringen – würde nicht Black Sabbaths ‘War Pigs’ zum Fest rufen.

Judas Priest in Topform

Wie bereits am Vorabend in Hamburg sowie auf den Partner-Festivals Rock im Revier (Gelsenkirchen) und Rockavaria (München) präsentieren sich Judas Priest in bestechender Form: Auch wenn Rob Halford zu Beginn noch mit dem Nostradamus-Gedächtniskrückstock hantiert, stellt sich im Verlauf heraus: Der Metalgod lebt – und wie! Stimmlich über weite Strecken überzeugend wie lang nicht mehr, schreitet Halford würdevoll Meter um Meter die mit Videoleinwänden ausgestattete Bühne ab, gibt zu ‘Hell Bent For Leather’ den Motorrad-Biker, beugt sich zu seinen Fans hinab, gestikuliert gen Himmel und überrascht alle paar Songs mit neuen Outfits zwischen Lederkluft und Glitzerkaftan.

Während sich die traditionelle Saitenfraktion meist im Hintergrund hält, übernimmt der sympathische Jungspund Richie Faulkner viele Soli und das Anheizen der Menge. Nicht, dass diese es nötig hätte: Dafür sorgt der Strom an Klassikern der Marke ‘Metal Gods’, ‘Turbo Lover’ und ‘Jawbreaker’, der dann und wann von passenden neuen Stücken wie ‘Halls Of Valhalla’ und ‘Redeemer Of Souls’ unterbrochen wird – die nicht einmal einen Stimmungsabbruch zur Folge haben.

Klassischer Metal für Jung und Alt

Es mag nicht die übertriebene Megashow sein, mit der Kiss letzte Woche die Hauptstadt überrollten – doch Priest überzeugen allein mit ihrer Musik, ihrer (nicht nur optisch) gelebten Trueness, ihrem hart erarbeiteten Legendenstatus und der Fähigkeit, (mindestens) drei Generationen zu vereinen.

Besonders in den ersten Reihen wird hart gefeiert: Kuttenmetaller grölen mit Death Punch-Fans lauthals das große Finale aus ‘You´ve Got Another Thing Comin´’, ‘Painkiller’ und ‘Living After Midnight’, während daneben gerade dem Teenager-Alter entsprungene Mädels mit Männern, die ihre Großväter sein könnten, headbangen – und einen Riesenspaß haben. Metal vereint jung und alt, und die Vorreiter des Genres sind noch immer am Leben; mit diesen zwei versöhnlichen Botschaften entlassen Judas Priest ihr Publikum in den Berliner Sommer.

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