Top-Themen
Toggle menu

Metal Hammer

Search

Im Pit bei Primal Fear + Brainstorm + Striker

von
teilen
teilen
twittern
teilen
mailen

Mit RULEBREAKER veröffentlichen die schwäbischen Heavy Metal Pioniere von Primal Fear bereits ihr elftes Studio Album und belegen auch 2016 erneut, dass Qualität nicht zwangsläufig unter Quantität leiden muss. Auf der aktuellen Ruling Europe-Tour wird in gewohnt sympathisch-wuchtiger Primal Fear Manier bewiesen, dass auch kleinere Locations nicht vor einem Abriss gefeit sind. Unterstützung gibt es von Striker und Brainstorm.

Warum Primal Fear hier zu Lande nicht die größeren Hallen bespielen dürfen, bleibt nach wie vor ein Rätsel. Die Crew um Sinner und Scheepers liefert seit 1997 durchgängig überdurchschnittlich gute Alben ab und feiert in regelmäßigen (Tour-)Abständen den Metal so dermaßen mächtig, dass viele Bands sich hier eine große Scheibe abschneiden dürften. Dem Trademark German Power Metal werden sie vollends gerecht. Deshalb verlässt man für die sympathischen Schwaben gern mal die Metropolregionen Rheinland / Ruhrpott, um im Rhein Sieg Kreis den „Eagles of Powermetal“ zu huldigen. Siegburg ist zwar nicht das neue Metal Mekka, bietet mit dem Kubana Live Club aber eine wirklich solide, beinah familiäre Location.

Striker

Überraschend frisch und gut gelaunt beginnen die Kanadier von Striker pünktlich um 19:00Uhr. Mit Anleihen an Judas Priest und Riffs die auch von alten Primal Fear Scheiben stammen könnten, wird der Abend gebührend eingeleitet. Die enorme Spielfreude der fünf Jungs steckt an und so überzeugen sie mit Songs wie ‘Full Speed or No Speed’ (EYES IN THE NIGHT, 2010) auch Nichtkenner. Striker machen Spaß. Vor allem auch, weil sie sich trotz der knappen halben Stunde Stagetime Zeit für ausgedehnte Soli und andere Spielereien lassen: Sympathisch!

Brainstorm

Im Anschluss wird beim wohl bescheuertsten Intro seit ‘Pink Bubbles go Ape’ (Helloween) klar, dass Brainstorm das machen, was sie am besten können: Sie unterhalten.

Auch wenn die Witze und Sprüche meist eher in die Klamauk-Ecke einzuordnen sind, wirkt Andy B. Franck nicht unsympathisch oder lächerlich. Hier spürt man einfach deutlich die jahrelange Bühnenerfahrung der Metallarbeiter aus Gerstetten (ja tatsächlich nochmal Schwaben). Die Menge hat Spaß und belohnt Songs wie ‘Shiva’s Tears’ (SOUL TEMPTATION, 2003) mit kräftigem Kopfnicken.

Besonders der neue Song ‘We are’ vom aktuellen Album SCARY CREATURES funktioniert live gut und wirkt durch die emotionale Inszenierung durch Gitarrist Torsten „Todde“ Ihlenfeld und Franck richtig episch und ist ein Highlight des Sets.

Inzwischen ist das Kubana deutlich gefüllter und gut 600 Langhaar-Schüttler warten darauf, ihre Kehlen und Nacken zu strapazieren. Trotz des inzwischen späten Donnerstagabends wirkt die Menge immer noch aufgekratzt und die meisten sind bereit, die Köpfe noch einmal kreisen zu lassen.

Primal Fear

Primal Fear eröffnen ihr Set mit ‘Final Embrace’ (JAWS OF DEATH, 1999) und machen damit direkt klar, wo der Power Metal-Hammer hängt: Ziemlich hoch.

Die neuen Songs ‘Rulebreaker’ ‘The End is Near’ und ‘The Sky Is Burning’ vom kürzlich erschienenen Album RULEBREAKER reihen sich optimal in die 11 Alben lange Diskographie ein und gesellen sich zu Hitkrachern wie ‘Nuclear Fire’ (NUCLEAR FIRE, 2001) oder ‘Chainbreaker’ (PRIMAL FEAR, 1998). Und selbst der größte Balladen-Muffel kommt um ein seichtes Schaukeln bei ‘Fighting the Darkness’ (NEW RELIGION, 2007) nicht drum herum.

Fetteste Riffs und ein Ralf Scheepers, der sich wie gewohnt um Kopf und Kragen singt, dabei aber so mächtig und sympathisch wirkt, wie kaum ein anderer Fronter dieses Genres, machen Primal Fear Gigs immer wieder zu einem besonderen Abend. Auch der neue Drummer Francesco Jovino macht eine gute Figur.

Die Mitgröhl-Stimmung ist groß und erreicht mit der Über-Hymne ‘Metal is Forever’ (DEVIL’S GROUND, 2004) seinen Höhepunkt. Schöner kann man die Szene kaum feiern.

Fazit: Primal Fear liefern ab. Regelmäßig und mit Wucht.

teilen
teilen
twittern
teilen
mailen