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METAL HAMMER PODCAST Folge 1 mit Doro Pesch https://www.metal-hammer.de/wp-content/uploads/2020/11/27/09/mh-podcast-beitragsbanner.gif

Im Pit bei: Volbeat

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Bei Volbeat stellt sich unweigerlich die Frage: Geht’s eigentlich noch größer? Mit ihrem neuen Album OUTLAW GENTLEMEN & SHADY LADIES haben sie sich zwar unter den gestandenen Metallern nicht nur Freunde gemacht, dafür aber massenhaft neue Fans aus anderen Lagern rekrutiert. Und so verwundert es auch wenig, dass sie mittlerweile mühelos sogar die größten Hallen Deutschlands füllen. In Karlsruhe geht der ungebrochene Hype sogar so weit, dass kurz vor der Europahalle der komplette Verkehr zusammenbricht.

Viel zu wenig Parkplätze und Beamte in grünen Kitteln, die sich das Prädikat „unfähig“ redlich verdient haben, sorgen letztendlich dafür, dass der Schreiber dieser Zeilen für die letzten drei Kilometer eine gute Stunde im Auto ausharren muss und somit leider den Main Support Iced Earth  komplett verpasst. Da hilft auch kein ‘Watching Over Me‘ aus den Autoboxen mehr, das tut weh…

Verspätet und mit dickem Hals also erstmal die Wand aus hitziger Hallenluft überwinden und ab an die Bar, ein kühles Blondes zum Runterkommen trinken. Vor der Bühne prangert natürlich schon das riesige Volbeat-Banner, um die umfangreichen Aufbauten dahinter zu verhüllen. Weniger später ist es dann aber soweit: Die Lichter gehen aus, ein Banjospieler erscheint und verbreitet mit seinem Intro Western-Flair pur bis der Vorhang fällt und Chef-Cowboy Michael Poulsen den Opener ‘Doc Holliday‘ anstimmt.

Sofort fallen die zierenden Grabsteine und allerlei Gezäun an den Bühnenseiten ins Auge. Da hat sich wohl jemand etwas zu sehr von seiner Majestät King Diamond inspirieren lassen. Nichtsdestotrotz macht das Friedhofs-Setting zusammen mit der superben Lightshow einiges her. Und auch aus musikalischer Sicht geben sich die dänischen Überflieger keine Blöße. Neue Songs wie ‘ The Nameless One‘ oder ‘Lola Montez‘ fügen sich wunderbar in die abwechslungsreiche Setlist ein und gewinnen live sogar an Härte. Das liegt allerdings zum Teil auch am erbarmungslosen Sound, der Gitarren übersteuern und Ohren bluten lässt. Hier gilt die Devise: Lieber gnadenlos laut als zu leise.


on .

Dass Volbeat entgegen aller Mainstream-Vorwürfe im Kern auch ohne die brutale Boxendröhnung immer noch eine Metal-Band sind, beweisen sie vor allem mit schnelleren Songs der Marke ‘The Mirror And The Ripper‘ oder ‘Caroline Leaving‘. Insgesamt muss man jedoch feststellen, dass die Fanscharen in den vorderen Reihen zu solchen Krachern auch schon mal energischer wirkten. Hier und da mal ein kleiner Circle- bzw. Moshpit, dort ein paar mitklatschende Hände und ein generelles braves Kopfnicken – das sah zu früheren Konzerten des Quartetts noch ganz anders aus, ist aber weniger der Band selbst als vielmehr dem bereits angedeuteten, bunt gemischten Fan-Haufen geschuldet, den sie mittlerweile anziehen.

Von schlechter Stimmung kann bei Partygranaten wie ‘Sad Man’s Tongue‘, dem ein kleines ‘Ring of Fire‘-Cover voraus geht, oder ’16 Dollars‘, bei dem die Ladies auf den Schultern ihrer männlichen Begleitungen zum Singen animiert werden, dennoch keine Rede sein. Anhänger früher Volbeat werden sogar  noch mit dem selten gehörten ‘A Moment Forever‘ und ‘Pool Of Booze, Booze, Booza‘ belohnt – alles in allem werden an diesem Abend also alle Fangemeinden gleichermaßen bedient.

Eine mehr als gute Figur macht indes Neuzugang Rob Caggiano, der immer mehr Songs mit diversen Licks und Soli veredelt und sich inzwischen bestens in die Band integriert hat. Und auch Poulsen selbst scheint stimmlich gar noch eine Schippe draufgelegt zu haben. Selten kam das Gesangsorgan des Elvis- und Johnny Cash-Fanatikers besser zur Geltung als heute. Nach dem kultverdächtigen Dusty Springfield-Cover ‘I Only Want To Be With You‘ darf er dieses dann zumindest für kurze Zeit schonen, bevor er zusammen mit seinen Mitstreitern zum Zugaben-Teil übergeht.

Dort werden mit der aktuellen Single ‘Cape Of Our Hero‘ und dem finalen ‘Still Counting‘ nochmals alle Kräfte mobilisiert, ehe man sich mit dem Jeff Hanneman-Tribut ‘Raining Blood‘ und dem altbekannten Terminator-Outro endgültig vom Karlsruher Publikum verabschiedet. Unterm Strich steht ein routinierter Auftritt einer Band, der es bei dieser endlosen Welle des Erfolgs ziemlich egal sein dürfte, wer sich letztendlich vor ihrer Bühne tummelt. Volbeat sind eben für alle da.

Setlist von Volbeat in Karlsruhe

  1. Doc Holliday
  2. Hallelujah Goat
  3. Radio Girl
  4. The Mirror And The Ripper
  5. The Nameless One
  6. Guitar Gangsters & Cadillac Blood
  7. Sad Man’s Tongue
  8. Lola Montez
  9. Heaven nor Hell
  10. 16 Dollars
  11. Dead But Rising
  12. The Garden’s Tale
  13. Pearl Hart
  14. A Moment Forever
  15. Fallen
  16. My Body
  17. Pool of Booze, Booze, Booza
  18. The Hangman’s Body Count
  19. I Only Want To Be With You

Zugabe:

  1. Caroline Leaving
  2. Maybellene I Hofteholder
  3. Cape Of Our Hero
  4. Still Counting

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