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Interview mit Lise Myhre (Cartoonistin und Ehefrau von ICS Vortex)

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Ende der Neunziger begann Lise Myhre mit ihren Cartoons den Siegeszug durch Skandinavien, bevor sie einige Jahre später auch den deutschen Markt eroberte. Ihre Charakter Nemi (erschienen im Ubooks Verlag) begleitet die 34-jährige Norwegerin nun schon mehr als 15 Jahre. Der Grund, warum sich Lise damals für ein Metal-Mädchen entschieden hat, ist dabei ziemlich einfach:

„Am Anfang war sie ein Goth, weil es Spaß macht, diese Charaktere zu zeichnen und es eine Szene ist, die ich gut kenne. Das gilt auch für den Metal“, beschreibt Lise Myhre die Entwicklung. „Sie und ich haben unsere Wurzeln in beiden Szenen. Ich wollte, dass sie eine Außenseiterin ist und es musste Musik darin vorkommen, die ich kenne.“

So kommt es auch, dass sich Figur und Zeichnerin in vielen Punkten ähneln. „Wir haben sehr viel gemeinsam. Ich verbringe so viel Zeit mit ihr. Es ist wichtig, dass sie jemand ist, mit dem ich gerne zusammen bin“, lacht Lise. „Aber sie neigt dazu, ein bisschen extremer als ich zu sein.“

Seit einigen Jahren ist Lise nun mit ICS Vortex (ex. Dimmu Borgir) verheiratet. 2007 kam ihr Sohn Storm zur Welt. Spielt die Zeichnerin nun mit dem Gedanken, auch Nemi erwachsen werden zu lassen? „Nein“, grinst Lise. „Nemi wollte dieses Leben nie haben und ich werde sie auch nicht dazu zwingen. Ich war nie glücklicher, aber so ein Leben ist nichts für jedermann.“

In Deutschland gibt es bis jetzt zwei Sammelbände mit den Geschichten von Nemi. Weltweit ist der Comic in 19 Ländern in über 60 Zeitschriften erschienen. Ein Erfolg, den die Norwegerin bis heute kaum glauben kann. „Ich hätte nie damit gerechnet“, sagt Lise. „Und ich muss mich auch heutzutage immer wieder kneifen.“ Während es immer mehr erfolgreiche Comics ins Fernsehen oder auf die große Leinwand drängt, wird Nemi diesen Sprung jedoch nicht so bald machen. „Wir bekommen immer wieder Angebote. Aber ich bin seit so vielen Jahren nun alleine für Nemi verantwortlich, dass ich es mir nur schwer vorstellen kann, dass ich irgendwann einem Fremden die Kontrolle über sie übergebe“, erklärt Lise ihre Abweisung solcher Pläne. Und das braucht sie auch gar nicht, denn der Erfolgskurs von Nemi nimmt nicht ab.

Und allen Metallern, die Nemi noch nicht kennen, sei empfohlen: Einfach mal reinschnuppern. Ihr werdet es nicht bereuen.

Simone Bösch

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Galerie: Kreator + Dimmu Borgir, München, Zenith, 7.12.2018

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