Judas Priest + Whitesnake + Thin Lizzy, live

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Die irische Legende Thin Lizzy steht schon im Vorfeld als Gewinner des Abends fest – hat sie doch mit Ricky Warwick (ex. The Almighty) den einzigen Sänger des Abends in ihren Reihen, der weder an Stimmschwäche noch an Altersdemenz leidet. An das samtig-weiche Organ von Phil Lynott reicht sein Timbre zwar nicht heran, er blamiert sich aber nicht in den übergroßen Fußstapfen seines Vorgängers. Da die durch Guns N‘ Roses-Gitarrist Richard Fortus verstärkte Band sehr agil aufspielt, kann man nur sagen: „The Boys Are Back In Town!“

Dann Whitesnake. Das Brusthaar-Toupet sitzt, die Stimme eher weniger. Nach gefühlten 934 Minuten und ein paar endlosen Soli stehen drei Erkenntnisse fest. Erstens: Zumindest David Coverdale selbst findet sich extrem toll. Zweitens: Nicht einmal die Backstreet Boys verwenden bei ihren Konzerten so oft das Wort „Love“. Drittens: Die Animateure von „Kung Fu Panda 2“ haben beim Design des eitlen Pfauen-Bösewichts unter Garantie „Here I Go Again“ gehört.

Punkt 21 Uhr 45 beginnt die finale Predigt. Und tatsächlich: Verglichen mit diversen Konzertdebakeln der jüngeren Vergangenheit spielen Judas Priest heute einen Gig der daran erinnert, warum sie einmal die „Metal Gods“ waren. Der Sound ist mörderisch gut und druckvoll, die Setlist lässt ebenso wenig Wünsche offen, wie das opulente Stagedesign. Der neue Lustknabe Richie Faulkner macht seine Sache als K. K. Downing-Ersatz gut und wird von Halford dementsprechend oft geherzt. Der Oberpriester selbst liefert über weite Strecken eine tadellose Performance ab, auch wenn diverse Outfits zum Schreien komisch sind – vom singenden Lametta-Christbaum („Starbreaker“) bis zur wandelnden ADAC-Notfalldecke („Nostradamus“) ist alles dabei, auch wenn der „Painkiller“ komplett in die Hose,  geht. Nachdem das Wiener Publikum „Breaking The Law“ selbst singen muss, was wird der Einsatz mit satten vier Zugaben honoriert. Ein würdiges Farewell-Konzert – wir sehen uns dann bei der Reunions-Tour.

Setlist Judas Priest:

Rapid Fire
Metal Gods
Heading Out to the Highway
Judas Rising
Starbreaker
Victim of Changes
Never Satisfied
Diamonds & Rust
Dawn of Creation
Prophecy
Night Crawler
Turbo Lover
Beyond the Realms of Death
The Sentinel
Blood Red Skies
The Green Manalishi
Breaking the Law
Painkiller

The Hellion
Electric Eye
Hell Bent for Leather
You’ve Got Another Thing Comin‘
Living After Midnight

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K. K. Downing: Motörhead markierten die Anfänge des Thrash Metal

Während eines Interviews mit Rhys Bowler sprach der ehemalige Judas Priest-Gitarrist K. K. Downing über das Aufkommen des Thrash Metal in den frühen Achtziger Jahren und den Einfluss, den dieser auf die Entwicklung des Sounds von Priest hatte. Downing zählte eine Reihe namhafter Genre-Größen, darunter Metallica, Venom und Machine Head, auf, die während der Siebziger und Achtziger Jahre bereits erste Extreme Metal-Anreize lieferten. „Aber ich muss sagen, dass ich denke, dass Motörhead für all das verantwortlich waren“, teilte er mit. „(…) Ich denke, Lemmy und Motörhead waren für die Entstehung von Thrash- und Speed Metal verantwortlich, definitiv. Und natürlich dürfen…
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