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Maik Weicherts Kolumne: Adlige Frustziegen

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Heaven Shall Burn Maik Weichert
Heaven Shall Burn 19.03.2010 Session
Weimar – , Germany

Nun bin ich mit „meiner“ Band gerade dabei gewesen, eine neue Platte an den Start zu bringen. Dazu gehören selbstverständlich auch halbwegs taugliche Promofotos. Diesmal hatten wir uns für eine Bibliothek als Location entschieden. Wie man sich so als Halbprofi eben verhält, kommt man sogar auf die Idee bei der Bibliotheksleitung um eine Fotoerlaubnis zu bitten. Die wird auch zügig und sehr freundlich erteilt! Wir also alle frohen Mutes zum Fototermin angetreten und es lief sehr gut. Bis auf einmal eine schon aus 50 Meter Entfernung zweifelsfrei als lupenreine Frustziege zu katalogisierende Büchereimitarbeiterin aus ihrem Büroverschlag hervorgeschossen kommt und meint, sich unbeholfen ins Bild tappend aufspielen zu müssen: „Gibt es hierfür überhaupt eine Genehmigung!? Ich weiß davon gar nichts. Das ständige Blitzlicht hat mich für heute auf jeden Fall arbeitsunfähig gemacht bla bli blubb…“.

Man stelle sich das vor: Eine Uni-Büchereiangestellte im öffentlichen Dienst, arbeitsunfähig an einem Freitag um 15.45 Uhr in der vorlesungsfreien Zeit! Ich war fassungslos. Dennoch schaffte ich es als erster, mich aus meiner Schocklähmung zu befreien und dem bemitleidenswerten, in H&M Sekretärinnen-Lumpen gehüllten Geschöpf die vom zuständigen Direktor persönlich unterschriebene Fotoerlaubnis vor ihre geschmacklose Möchtegern-Designerbrille zu halten.

„Ja, aber ich wusste davon ja gar nichts und die Reflektionen stören beim Arbeiten hier in der Bibliothek“. Soso, da haben sie also um 16 Uhr Dienstschluss und jetzt sind sie kurz vor Ende ihrer Arbeitszeit so gepeinigt, dass sie ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit nicht weiter nachkommen können?! Sie schaute ins Leere. Die geschundene Kreatur schien die mangelnde objektive Monumentalität ihres subjektiv so tief empfundenen Martyriums zu ahnen, blieb aber dennoch weiterhin kratzbürstig.

„Ja aber die Reflektionen vom Blitzlicht machen das Arbeiten hier unmöglich“. Auf die freundlich gestellte Frage hin, was denn so schlimm daran sein sollte, wenn der Leser in einer Bücherei auch mal reflektiert, wurde sie nur noch ungehaltener. Dann griff sie zum Telefon und wandte tatsächlich mehr als eine Viertelstunde ihrer kostbaren Arbeitszeit (übrigens die Restarbeitszeit des Tages) dafür auf, jemanden aufzutreiben, der uns aus der Bibliothek entfernen könnte. Alle übrigen Bibliotheksnutzer und –mitarbeiter fühlten sich im Übrigen nicht im Geringsten gestört.

Axel Jusseit Krefeld Germany

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