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Teil 2: 30 Jahre Master Of Puppets

Master Of Puppets: Track By Track des Metallica-Meisterwerks (Teil 2)

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1986 gehört zu den besten Jahrgängen in der Geschichte des Heavy Metal. Nicht zuletzt dank eines Albums, das vier Jungs Anfang zwanzig veröffentlichen und ohne Single-Auskopplung oder Radiounterstützung zum Aushängeschild der Thrash-Szene avanciert: schnell, episch, melodisch, bretthart und von einer kompositorischen Virtuosität, die man Musikern dieses Alters kaum zutraut. Acht Lieder. 31 Jahre. 

‘Disposable Heroes’

Der mit 8:16 Minuten drittlängste Song des Albums bietet reinrassigen Thrash Metal alter Schule und offenbart einen ähnlichen thematischen Tiefgang, wie man ihn später auch in ‘One’ finden kann, einem der nachweislich größten Metallica-Hits. ‘Disposable Heroes’ fungiert quasi als Bindeglied zwischen der unbekümmerten, leicht punkig/thrashigen Spielweise der Band zu Beginn ihrer Karriere und dem, was sich zwei Jahre später an kom­plexeren Strukturen auf … AND JUSTICE FOR ALL (1988) abspielen sollte. Für Co-Produzent Flemming Rasmussen sind diese Art Songs ein gefundenes ­Fressen, um die wilde Urwüchsigkeit der Band in gemäßigt-schroffe Klänge zu kleiden, ohne dabei Metallicas Aggressivität bändigen zu müssen.

‘Leper Messiah’

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Master Of Puppets: Track By Track des Metallica-Meisterwerks (Teil 1)
Heutzutage wäre ‘Leper Messiah’ (übersetzt so viel wie „aussätziger Messias“) textlich möglicherweise noch aktueller als zum Zeitpunkt der Albumveröffentlichung im März 1986: Hetfield wettert mit bitterböser Wortwahl gegen den Machtmissbrauch von Religionen. Anlass zu dieser rigorosen Abrechnung ist allerdings weniger ein zunehmender Glaubens-Clash zwischen den Völkern Mitte der ­Achtziger, sondern ein Rückblick auf den Tod seiner Mutter Cynthia, die 1979 ihre schwere Krebserkrankung medizinisch nicht behandeln ließ, weil es ihre Frömmigkeit verbot. Die Musik ist Hetfields Wutgeheul entsprechend barsch, tempo­reich und stellenweise geradezu hektisch. „Spineless from the start, sucked into the part, circus comes to town, you play the lead clown” krakeelt es da aus seinen rauen Stimmbändern. Eine solche Clown-Rolle will Hetfield selbst auf keinen Fall einnehmen.

‘Orion’

Die Funktion, die ‘The Call Of Ktulu’ auf RIDE THE LIGHTNING erfüllt, hat auf MASTER OF PUPPETS das mehr als achtminütige Stück ‘Orion’: Es ist die (mittlerweile) dritte Instrumental­nummer der Band. Metallica-­untypisch röhrt zu Beginn eine krachende Hammon­dorgel, bevor Lars Ulrich mit einem groovenden Rhythmus einsteigt und Hetfield/Hammett mit stoischem Riffing übernehmen. Die Bedeutung, die das Stück besitzt, wird dadurch unterstrichen, dass es als musikalische Untermalung zur Beerdigung von Cliff Burton verwendet wird.

‘Damage, Inc.’

Nur einmal, und auch nur ganz am Ende ihres dritten Albums, steigen Metallica aus der konzeptionellen Formel des Vorgängers RIDE THE LIGHTNING aus: MASTER OF ­PUPPETS endet mit einer super­schnellen (!) Gesangs(!)-Nummer, nämlich ‘Damage, Inc.’. Der hektische Track erinnert ein wenig an ‘Seek And Destroy’ von KILL ’EM ALL (1983) und sucht sein Heil in atemberaubenden Uptempo-Punk’n’Thrash-Direktiven. Hetfield spuckt Gift und Galle ­(„Stepping out? You’ll feel our hell on your back“), das Gitarrensolo ist dementsprechend pures Shredding mit WahWah-Pedal und ruppiger ­Rhythmik. ‘Damage, Inc.’ ist das furiose Ende einer bemerkenswerten Scheibe und versehen mit einer Textzeile, die stellvertretend für das gesamte Meister­werk gilt: „Following our instinct not a trend.“ Solange Metallica dies taten, lagen sie goldrichtig. MASTER OF PUPPETS ist solch ein Fall!

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Generell können natürlich alle Hefte auch einzeln nachbestellt werden – alle Infos dazu findet ihr unter www.metal-hammer.de/einzelheft.

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