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Exklusives Metallica-Album nur in METAL HAMMER 08/2021

Metallica: JUSTICE-Bass-Sound ist Ulrichs Schuld

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In einem Interview von Ultimate Guitar mit Steve Thompson will der damals zuständige Mixer nicht für den kaum hörbaren Bass auf Metallicas viertem Album …AND JUSTICE FOR ALL (1988) verantwortlich gemacht werden.

Allein Metallica-Drummer Lars Ulrich habe entschieden, die Bassspuren von Jason Newsted, der gerade neu als Ersatz für den verunglückten Cliff Burton zur Band gestoßen war, soweit in den Hintergrund zu mixen.

„Was ich wollte und was Lars wollte, waren zwei vollkommen verschiedene Dinge. Etwas, das mich immer noch ein wenig aufregt. Ich liebte damals Metallica und war sehr vertraut mit der Band“, berichtet Thompson.

„Ich erhielt einen Anruf und ging in die Bearsville Studios im Norden New Yorks, während die Jungs auf der Monsters Of Rock-Tour waren und deshalb mal einen Tag hier, mal einen Tag dort mit einem Helikopter vorbeischauten.“

Erst das Schlagzeug…

Lars wusste genau, welchen Sound und welche Parameter er für seine Drums wollte. Er brachte z.B. Fotos eines Klark Teknik EQ-Setups mit, weil er diesen bestimmten Sound wollte“, so Thompson, der diese Aufgabe lieber seinem Kollegen Michael Barbiero aufs Auge drückte. Das Ergebnis überzeugte Thompson, vermutlich Dank Ulrichs Einmischung, nicht.

„Sie riefen mich an, ich hörte mir die Drums an und dachte: ,Die klingen scheiße, einfach furchtbar.’ Ich jagte alle aus dem Raum, überarbeitete den Schlagzeugklang und holte die Gitarren in den Vordergrund. Jason war der Killer am Bass. Das perfekte Gegenstück zu Hetfields Gitarrenspiel“, so Thompson.

Ich mixe also alles neu und Hetfield gibt mir ‚Daumen hoch’. Dann kommt Lars einige Minuten später dazu, hört sich die Sachen für circa eine Minute an und meint: ,Mach das aus.’ Ich darauf: ,Wo ist das Problem?’. Er: ,Was ist mit meinem Drumsound passiert?’. Ich: ,Meinst du das im Ernst?’“, erinnert sich der Mixer.

…dann der Bass

„Wir mussten den Drumsound wieder wie vorher anlegen, was mir nicht gefiel. Dann meinte er: ,Hörst du den Bass?’. Und ich: ,Ja, großartig. Jason hat es echt gebracht.’. Er meinte aber: ,Ich möchte, dass du den Bass runterdrehst, bis er im Mix kaum noch hörbar ist.“

Thompson, der zunächst an einen Scherz glaubt, wird daraufhin von Ulrich eines Besseren belehrt und tut letztlich wie geheißen. Doch auch das reicht dem Metallica-Drummer nach Aussage des Mixers noch immer nicht aus.

„Nachdem ich den Bass in den Hintergrund gemixt hatte, sagte er: ,Und nun noch 5db weniger.’ Ich drehte mich um und sah zu Hetfield: ,Meint er das ernst?’ Ich konnte es nicht fassen“, so Thompson.

Aus Angst um seinen Ruf telefoniert der Mixer daraufhin mit Metallicas Managern Cliff Burnstein und Peter Mensch und äußert seine Vorbehalte gegen Ulrichs Absichten. Laut Thompsons Aussage wollte sich aber keiner der beiden in die Angelegenheit einmischen.

„Ich hatte MASTER OF PUPPETS vor Augen und wollte es gleichzeitig übertrumpfen“, meint Thompson. „Und es war alles da, aber ich denke, sie wollten einen eher garagenartigen Sound ohne Bass und das, obwohl der Bass großartig war; er war perfekt.”

Ulrich weiß von nichts

Schließlich schluckt Thompson seine Bedenken runter, muss sich aber u.a. anlässlich eines Treffens zu Metallicas Wahl in die Rock’n’Roll Hall Of Fame eine Frage nach dem miesen Bass-Sound gefallen lassen – von Lars Ulrich.

„Er meinte: ,Was ist eigentlich mit dem Bass auf …JUSTICE passiert?’. Er hat mich das doch tatsächlich gefragt. Ich hätte ihn am liebsten an Ort und Stelle bewusstlos geschlagen. Es war eine Schande. Ich werde nicht die Scheiße für das Fehlen des Basses einstecken“, ärgert sich Thompson über die verpasste Gelegenheit.

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