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Rechtsextrem? Mgła-Gigs wegen Vorband Deus Mortem abgesagt

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Die polnische Black Metal-Gruppe Mgła befindet sich gerade auf Tour durch Deutschland, doch die Konzerte im Münchener Backstage sowie im Berliner Columbia Theater wurden nun von den Locations abgesagt. Der Grund: Mgła und vor allem der Vorband Deus Mortem wird Antisemitismus vorgeworfen. So würden angeblich Mitglieder von Deus Mortem auch in der „Neonaziband“ Infernal War spielen.

Die Show in Berlin hätte am 28. April steigen sollen, wurde jedoch erst am selben Tag – und zwar lediglich sechs Stunden vor Konzertbeginn – gecancelt. Für Fans und Bands sicher mehr als unglücklich.

Mgła selbst haben Stellung genommen bezüglich der Vorwürfe. Sie sehen sich als Opfer einer „Schmutzkampagne, die auf den Start ihrer Europa-Tournee abgestimmt wurde“. „Brauner Matsch wird geworfen, in der Hoffnung, dass etwas davon kleben bleibt. Kombiniert mit Drohungen und Druck gegenüber den Spielstätten und deren Mitarbeitern hat dies – bisher – zu zwei Konzertabsagen geführt.“ Die polnische Band will sich das allerdings nicht länger bieten lassen und hat sich entschieden, rechtlich dagegen vorzugehen.

Auch der örtliche Berliner Veranstalter Triple Six hat sich zur Konzertabsage geäußert und kann die Vorwürfe gegen Mgła und Deus Mortem nicht nachvollziehen:

Der Auftritt in München war für den 1. Mai geplant. An diesem Tag will das Backstage nun ein Soli- und Benefizkonzert gegen Antisemitismus ausrichten, bei dem Leute mit Konzerttickets für Mgła freien Eintritt erhalten.

Lest hier das komplette Statement vom Backstage zur Absage des Mgła-Konzerts:

„Nach kurzer Prüfung gibt es für uns keine andere Alternative, als das Konzert mit den Bands Mgła und Deus Mortem abzusagen! In Anbetracht der Umstände und der Kurzfristigkeit hierzu erst mal Folgendes – eine weitergehende Stellungnahme folgt noch. Wie wir leider erst gestern erfahren mußten, spielen Mitglieder der von der Hauptband gebuchten Supportband Deus Mortem auch bei der polnischen antisemitischen Neonaziband Infernal War, die wir in der Vergangenheit bereits abgelehnt bzw. ausgeladen haben, nachdem wir von deren widerlichen antisemitischen Äußerungen bzw. Haltung erfahren haben.

Auch gegen die Hauptband Mgła bzw. einzelne ihrer Mitglieder werden entsprechende Vorwürfe erhoben, die wir allerdings bis jetzt nicht umfassend prüfen konnten. Das ist für uns aber gar nicht mehr so wesentlich, da hier nach unserer Ansicht bereits auch schon deutlich eine rote Linie überschritten ist, in dem diese Antisemiten einlädt und mit auf die Bühne stellt. Auch zählt da für uns Null die Aussage der Hauptband, sie seien ja „unpolitisch“ und für sie würde nur die Musik im Vordergrund stehen. Eine Haltung gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus darf doch bitte keine Sache der politischen Haltung, sondern muss ein Ausdruck der Menschlichkeit sein und es darf null Toleranz oder Akzeptanz geben.

Klare Kante

Wir als Backstage können trotz intensivster Bemühungen leider nicht immer alle Bands und vor allem Supportbands lückenlos überprüfen. Hier sind wir eben insbesondere auch auf die Hauptbands und Agenturen angewiesen, welche uns diese anbieten und diesen natürlich auch entsprechend näher stehen. Umso wichtiger ist da auch ein klares Zeichen zu setzen – nicht nur gegenüber KünstlerInnen, die ganz eindeutig antisemitisch agieren, sondern auch gegen die, welche dies „nur“ unkritisch hinnehmen.

Auch müssen wir uns alle entschieden und solidarisch dagegen stemmen, dass Rechtsradikale immer stärker in diverse Musikszenen „einsickern“. – Dies alles soll und darf auf unseren Bühnen keinen Platz haben. Wir hoffen sehr, dass auch andere VeranstalterInnen und Locations unserem Vorgehen folgen.

Wir wollen uns aber mit der Konzertabsage nicht begnügen, daher haben wir uns dazu entschlossen, demgegenüber nun ganz spontan stattdessen am 1. Mai im freigewordenen Backstage-Werk ein Soli- und Benefizkonzert gegen Antisemitismus zu organisieren. Der sozialverträgliche Eintritt hierfür soll 5,- € kosten und ohne Abzug für mögliche Produktionskosten (die übernehmen wir) einem noch zu bestimmenden entsprechenden sozialen bzw. politischem Projekt zu Gute kommen.

Bash Against Antisemitism

Melden können sich hierzu EinzelkünstlerInnnen, Bands oder DJs aus allen musikalischen Genres genauso wie z.B. DichterInnen oder KabarettistInnen. Die teilnehmenden KünstlerInnen bekommen eine gute Verpflegung und die Gelegenheit, sich auf unserer größten und besten Bühne entsprechend darzustellen bzw. solidarisch und kreativ zu zeigen, dass München nicht grau oder gar braun, sondern bunt ist. Wir hoffen auch sehr, dass uns das „Linke Bündnis gegen Antisemitismus“ bei dieser Veranstaltung/Aktion – genauso wie auch alle anderen demokratischen Kräfte aktiv unterstützen. Für alle diese Veranstaltung betreffenden Anfragen haben wir eine eigene E-mail-Adresse eingerichtet:

bash-against-antisemitism@backstage.eu

Die am 1. Mai anwesenden Gäste erhalten bei Vorzeigen Ihres VVK-Tickets für den „Bash Against Antisemitism“ freien Eintritt!
Die Tickets für die abgesagte Mgła-Show können natürlich bei den jeweiligen Vorverkaufsstellen zurückgeben werden.“

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Saitenhieb: Ist Crowdfunding wirklich Bettelei?

Liebe Rocker, BETTLER! FANVERARSCHUNG! ABZOCKE! "Erstmal den Vorschuss ausgeben und dann rumjammern!", "Baut ihr mir auch ein Haus?". Die Aufregung um die - zugebenermaßen mit 750.000€ insgesamt sportlich angesetzte - Kampagne von Wintersun-Mastermind Jari Mäenpää ist groß. So groß, dass es im Netz von kollektiven Hirnaussetzern nur so wimmelt. Doch abgesehen von Unprofessionalitäten jeglicher Coleur ist ein Vorwurf besonders laut: Warum bettelt der gestandene Musiker seine Fans an, wenn es doch "nur" um ein neues Album geht? Dabei gilt zunächst die Frage: Ist das denn wirklich Bettelei? Oder anders gefragt: Bekommen die Fans wirklich nichts, außer einem wohligwarmen Charity-Gefühl und…
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