Keine Atempause, kein Verschnaufen – bis dahin muss ich Herrn Zahn recht geben. Allerdings teile ich nicht seine sonstige, überaus positive Meinung zu diesem vertonten Kettensägenmassaker. Okay, bezüglich der technischen und spielerischen Finessen gehe ich noch mit, aber was nützen diese Talente, wenn sie in einen entzweiten Torso aus Tönen, Doublebass-Fluten und undefinierbaren Geräuschen münden? EON OF OBSCENITY ist nicht griffig, ergötzt sich an der eigenen Brutalität, die dann aber auch ziemlich schnell ziemlich ermüdend wirkt. Dankbar bin ich für den Hinweis, dass hier eine Frau singt. Davor kann ich nur meinen Hut ziehen (deswegen gibt es auch mehr als einen Punkt). Was die Dame aus sich rausquetscht, hört man ansonsten nur im Mittelpunkt der Erde oder in seinen Eingeweiden nach zwei Dosen Feuerchili. Ich habe echt mehrmals versucht, einen Zugang zu finden. Keine Chance. Stabbing rasieren jeden Ansatz eines konstruktiven Song-Aufbaus zugunsten rülpsend-rasanter, selbstzufriedener Metzgermentalität. Vielen Dank, aber da bin ich raus. EON OF OBSCENITY beinhaltet 31 Minuten, die ich so schnell nicht vergessen werde. Obwohl ich das wirklich möchte.
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