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Angra CYCLES OF PAIN

Power Metal, Atomic Fire/Warner (12 Songs / VÖ: 3.11.) 

4/ 7
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Angra sind seit jeher die perfekte Band für alle, die sich zwischen Progressive- und Power Metal nicht recht entscheiden können – und das ändert sich auch mit dem nunmehr zehnten Release nicht. Wobei die Trennung der beiden Genres auf CYCLES OF PAIN etwas leichter fällt: Einige Tracks sind bis auf klitzekleine Ausreißer in komplexe Territorien volles Rohr Kraftmetall. ‘Ride Into The Storm’ wäre zum Beispiel bis auf einen im Mittelteil rhythmisch aus dem Ruder laufenden Basslauf eine klassische Faustreckhymne mit Schmalzfaktor. Aber wie immer fügen sich auch dort die Prog-Parts wunderbar in das schnelle Geschrammel der Brasilianer ein. Und auch andersherum klappt das Album gut: Die mehr auf der Prog-Seite gebauten Songs stehen für sich einwandfrei, auch wenn sie teilweise etwas deplatziert im Gesamtwerk liegen.

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Besonders gut kommen tatsächlich die langsamen, balladesken Nummern an. Im beruhigten, mit Klavier untermalten Titelstück (das wohlige Erinnerungen an ‘Silent Lucidity’ von Queensrÿche weckt) kann Marcelo Barbosa, der Nachfolger des 2015 zu Megadeth abgewanderten Kiko Loureiro, solotechnisch beweisen, was er in den Fingern hat. Eine tolle Überraschung ist auch das mit brasilianischer Volksmusik angereicherte Riff-Monster ‘Vida Seca’ – mutig, aber gut. Selbst mit 30 Jahren auf dem Buckel beweisen Angra, dass sie zerebrale Musik mit Zunder schreiben können.

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