Armored Saint PUNCHING THE SKY

Heavy Metal, Metal Blade/Sony (11 Songs / VÖ: 23.10.)

6/ 7
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Geschmackvoll. Dies ist das Wort, das einem beim Hören des achten Armored Saint-Albums PUNCHING THE SKY immer wieder in den Sinn kommt. Die Rhythmen sind druckvoll, aber angenehm rockig (ein dickes Lob an Gründungsmitglied, Bassist und Produzent Joey Vera, dessen Sound sich klar an der Transparenz der Metal-Alben aus den Neunziger Jahren orientiert und wirklich jede Facette im Klang berücksichtigt), die Riffs wirken ebenso griffig wie locker-flockig, die Soli repräsentieren alte Harmonieschule, und der Gesang von John Bush verweist die Mikrokonkurrenz ohnehin wie gewohnt auf die Plätze. In diesem Umfeld fühlt sich das kalifornische Quintett hörbar wohl und erlaubt es sich, stilistisch über den Tellerrand des Heavy Metal hinauszuschauen.

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Nun waren Armored Saint nie bekannt dafür, eindimensional zu komponieren, aber PUNCHING THE SKY gewährt selbst im Band-eigenen Kontext erstaunliche Freiheiten. ‘Bubble’ bedient sich beim Südstaaten-Rock der Down-Kategorie, ‘My Jurisdiction’ und ‘Fly In The Ointment’ schicken einen Gruß nach Seattle und an Alice In Chains sowie Soundgarden, das Grund-Riff von ‘Do Wrong To None’ scheint einem Ideen-Tape von Pantera-Mastermind Dimebag Darrell entsprungen und präsentiert einen willkommenen Thrash-Vollwaschgang, ‘Lone Wolf’ wirft den Blick in den hymnenhaften Sleaze Rock der Endachtziger, ‘Never You Fret’ hätte auch in der Zeit von Bush bei Anthrax erscheinen können, während der Opener ‘Standing On The Shoulders Of Giants’ geschickt die Brücke zwischen Hard Rock und Heavy Metal schlägt (und mit einem grandiosen Höhepunkt glänzt). Dazu kommen mit ‘End Of The Attention Span’ (was ein Hit!) und ‘Missile To The Gun’ zwei Nummern, die einen tiefen Knicks vor frühen Judas Priest machen. Es ist extrem beeindruckend, wie stilsicher Armored Saint in all den genannten Genres auftreten.

PUNCHING THE SKY repräsentiert so viel Klasse, dass man sich gar nicht erst mit irgendwelchen Genre-Diskussionen aufhält, sondern einfach nur genießt. Diese Scheibe wirkt so wunderbar unaufgeregt, handwerklich hochwertig und musikalisch überzeugend, dass einen ein Dauergrinsen überfällt. Wenn es um eine Band geht, deren Karriere viel erfolgreicher hätte verlaufen müssen, muss der Name Armored Saint fallen. PUNCHING THE SKY ist ein weiterer Beleg für die Extraklasse dieser Truppe. Hoffentlich vergehen nicht wieder fünf Jahre bis zu einem neuen Studioalbum. Die (Musik-)Welt ist ein besserer Ort mit neuen Liedern von Armored Saint.

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