Bei der Stilbezeichnung könnte auch Melodic Death Metal stehen – die Grenzen bei den Dänen verlaufen fließend. Avarice verbinden klassischen Thrash, tödlichen Metal, Hardcore-Grooves und eine gute Portion düsterer Aggression zu einem Sound, der sich erst nach einigen Durchläufen vollständig erschließt, einen dann aber nicht mehr loslässt. Das 2006 gegründete Quintett wirkt deutlich fokussierter und vor allem produktionstechnisch wesentlich druckvoller als früher. Der Sound besitzt mehr Wucht, Transparenz und Durchschlagskraft, ohne seine rohe Energie einzubüßen. Besonders interessant sind die Vocals, die ein breites Spektrum zwischen tiefem Death Metal-Grollen, vereinzelten Black Metal-artigen Ausbrüchen und klassischen Heavy Metal-Schreien bieten. Musikalisch setzen Avarice weniger auf permanente Hochgeschwindigkeitsraserei als vielmehr auf groovende, schwere Rhythmen. Der Härtegrad bleibt trotzdem beachtlich. Songs wie ‘Underling’, ‘Cult Of The Forgotten God’ oder ‘The Wolf King’ leben von scharfkantigen Riffs, drückenden Midtempo-Passagen und einer Instrumentalarbeit, bei welcher der Einfluss von Slayer definitiv durchschimmert. PERPETUAL RUIN funktioniert dabei weniger über einzelne Hits als vielmehr seinen überraschend starken Sog.
***
Du willst METAL HAMMER lesen, aber kein Abo abschließen? Kein Problem! Die aktuelle Ausgabe portofrei nach Hause bestellen: www.metal-hammer.de/heftbestellung
***
