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Bell Witch & Aerial Ruin STYGIAN BOUGH VOLUME II

Funeral Doom, Profound Lore (4 Songs / VÖ: 14.11.)

5/ 7
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2020 haben sie’s schon mal getan: die Doom-Händler Dylan Desmond und Jesse Shreibman alias Bell Witch aus Seattle, und Erik ­Moggridge, das Einmann-Neofolk-Projekt Aerial Ruin aus Portland. Ihnen ist das Neblige, Verhangene der US-Nordwest­küste gemein – die Schemen, die zwi­schen Wald, Meer und Horizont ziehen. STYGIAN BOUGH VOLUME I war auf elegante Weise heavy und perlend zugleich, das Funeral Doom-Äquivalent von Tautropfen im Moos. Auf VOLUME II haben die Parteien ihr Verständnis von- und füreinander vertieft. Sie beziehen sich wieder auf ‘Der goldene Zweig’, das (ehrlicherweise nicht so gut gealterte) anthropologische Standardwerk von James Frazer über religiöse Praktiken. Zum Glück ist es vielmehr ihr eigenes Verständnis von Magie, das die drei Musiker in schleppend-zarte, scheppernde Tracks gießen. Diesmal dauert es ein bisschen, bis die delikate, emotionale Tonalität von Moggridge durchscheint; der Opener ‘Waves Became The Sky’ beginnt mit stattlicher Dröhnung. Rasch entfaltet sich aber die Schönheit der gemeinsamen Vocals: melancholische Harmonie, here they come! ‘King Of The Wood’ vereint Death-Doom mit Tangerine Dream, während ‘From Dominion’ ein Showcase für die Folk-Gespinste von Moggridge ist. Mit Bass-Feedback, kreischender Gitarre und klotzigen Jazzdrums räumt das 19-minütige ‘The Told And The Leadened’ die letzten Kegel ab. Und, wer hätte das gedacht: Bell Witch finden Gefallen daran, Songs statt wabernder Monolythen zu schreiben. Fazit: bestes Herbstalbum!

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