Bethlehem LEBE DICH LEER

Dark Metal, Prophecy/Soulfood (9 Songs / VÖ: 17.5.)

5.5/ 7
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98 Prozent aller Metal-Bands sind Teil dieser oder jener Strömung. Der allzu kleine Rest sind die sonderbaren, heimlich ver­ehrten, manchmal verfluchten, meist ignorierten Felsen, um die sich der Strom gedankenlos windet, strudelt, ergießt. Bethlehem sind solch eine Band, und dass ich hier die Gegenwartsform benutze, sollte bereits den positiven Ausgang dieser Kritik implizieren. 1996 war DICTIUS TE NECARE das Album, das die Welt in Connaisseure und panisch Flüchtende teilte, mit Musik, die im Gegensatz zum späteren Goth-ohne-Geträller-Minigenre wirklich den Begriff Dark Metal verdiente, und mit Rainer Landfermann sowie seiner komplett außer Kontrolle befindlichen Gesangs-Performance.

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Fast 25 Jahre danach sind Bethlehem (nur noch Jürgen Bartsch ist von damals übrig) mehrere Schritte weiter fortgerissen worden, aber immer noch ein Fels, der dem Strom widersteht. LEBE DICH LEER ist das zweite Album, bei dem Darkened Nocturn Slaughtercults Onielar dem vokalen Wahnsinn äußerst beängstigend präsidiert. Die Songs werden getrieben von einem instinktiven Groove, der den Schlenkern durch die labyrinthischen Straßen der Innenwelt eine ballis­tische Unaufhaltsamkeit gibt. Die ruhigeren Songs wie ‘Ich weiß ich bin keins’ könnte man noch als Schauer-Rock abtun, Teile wie das Auftaktduo ‘Verdaut in klaffenden Mäulern’/‘Niemals mehr leben’ oder ‘Aberwitzige Infraschall-Ritualistik’ machen dann schon eher sprachlos.

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