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Carpenter Brut LEATHER TEMPLE

Industrial, Silver Lining/Warner (10 Songs / VÖ: 27.2.)

4.5/ 7
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Eigentlich brauchen wir wirklich keine Dystopien mehr. Eine normale Nachrichtensendung ist heutzutage schließlich kaum noch von einer finsteren Sci-Fi-Vision zu unterscheiden. Dennoch: Für Carpenter Brut machen wir immer gern eine Ausnahme. Der Franzose Franck Hueso gab sich schon den düsteren Synthwave-Klangwelten der Vergangenheit hin, als ‘Stranger Things’ noch in den Kinderschuhen steckte – und er hört bis heute nicht damit auf. LEATHER TEMPLE ist der letzte Teil seiner LEATHER-Trilogie, die 2018 mit seinem Debüt begann. Doch so platt der Plot dieses Finales (wir schreiben das Jahr 2077, 85 Jahre zuvor gab es eine nukleare Katastrophe, seither regiert eine Elite in den von Neon erhellten Metropolen, bla), so packend mal wieder die Musik. Besonders schön bei Carpenter Brut ist ja, dass man sich beim Hören immer wie in einem Film fühlt. Als wäre der eigene Alltag urplötzlich zum Endzeit-Blockbuster geworden, als wäre Kaffee holen eine Flucht durch düstere Straßen. Franck Huesos klanglicher Kosmos ist 2026 breiter denn je, changiert von furiosem und ballerndem Retro-Synthwave über monumentale Orchesterbauten bis hin zu schneidendem Industrial Metal. Das fetzt immer noch und hat massig Wucht, das begeistert mit dieser beeindruckenden Hingabe an Details und einzelne Sounds. Es ist aber eben auch kein allzu großer Schritt von den letzten beiden Platten, was die Wow-Effekte ein wenig reduziert. Das liegt gewiss in der Natur der Sache, es ist schließlich eine Trilogie, doch bei all den spannenden Ansätzen auf LEATHER TEMPLE dürfen wir als Nächstes sicher etwas mehr Mut von Carpenter Brut erwarten.

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