Extremer Metal mit orchestralem Überbau steht in der Szene hoch im Kurs – man kann sich wunderbar im Pit dazu abarbeiten und alles rauslassen, was sich im emotionalen Zentrum aufgestaut hat. Für den heimischen Genuss empfiehlt sich solche Musik nur den Härtesten der Harten. Die (mit einer Pause) seit 2008 bestehenden Carrion Vael aus dem US-Bundesstaat Indiana bilden dabei keine Ausnahme: Auf Studioalbum Nummer fünf verbindet das Quintett auf eindrucksvolle Art brutalen, technisch überlegenen und mal hoch, mal tief intonierten Death Metal mit symphonischen Phasen, die Epik einbringen, sich der tonangebenden Brachialität aber klar unterordnen. Akustikgitarren rahmen ‘Truth Or Consequences’ mit griechischem Flair, wozwischen Carrion Vael alles in Grund und Boden wüten. In ‘1912’ und ‘30 On 9’ erklingen eine Prise Klargesang sowie unterschiedliche Chöre, während ‘40 Echoes Upon The Parlor’ auf Stimmakzente und komplette Überforderung setzt. Die danach nötige Atempause räumt der sachte, klar intonierte Beginn von ‘Lord Of 74’ ein, doch schon nach kurzer Zeit nimmt das Gemörtel wieder überhand. Auch in ‘Bisection 47’ erklingt eine klare Stimme – die US-Amerikaner bemühen sich auf ihrem Werk merklich um Abwechslung. In der Brutalozielgruppe dürfte SLAY UTTERLY viel Aufmerksamkeit erregen, und selbst sanfte Gemüter müssen vor den instrumentalen Fähigkeiten der Truppe den Hut ziehen. Ob man das Ganze großartig findet oder mit blutenden Ohren Reißaus nimmt, liegt im eigenen Ermessen.
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