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Coroner DISSONANCE THEORY

Thrash Metal , Century Media/Sony (10 Songs / VÖ: 17.10.)

5/ 7
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Mehr als 30 Jahre Pause zwischen zwei Veröffent­lichungen hat nicht mal Axl Rose hinbekommen. Die schweizerischen Thrash-Pioniere Coroner legen mit DISSONANCE THEORY nun endlich den Nachfolger ihrer letzten Veröffentlichung GRIN (1993) vor. Dieses Album legte überraschend viel Wert auf (den damals angesagten) Groove-Faktor und opferte dafür zahlreiche progressive Elemente, die den Vorgänger MENTAL VORTEX (1991) noch ausgezeichnet hatten. Sprich: Es klang eher nach Prong als Coroner. In dieser Richtung kann Entwarnung gegeben werden: Coroner sind sich ihrer kreativen Strahlkraft für verschiedene Musiker­generationen bewusst und legen wieder mehr Wert auf rassige Riffs, vertracktes Wechselspiel und schnelles Spieltempo. Auch der progressiv-jazzige Faktor der Anfangstage kommt wieder vermehrt zum Tragen, sodass sich DISSONANCE THEORY allein aus spielerischer Hinsicht wohltuend vom Einheitsbrei abhebt. Dankenswerterweise hat das Trio zudem darauf verzichtet, das Ganze in eine Retro-Show zu verwandeln, und kleidet seine Inspirationen in eine klare, kühle (manchmal leicht unterkühlte) und modern-präzise Produktion. Auch inhaltlich geben sich Tommy Vetterli (Gitarrist), Ron Broder (Bass, Gesang) und Schlagzeuger Diego Rapacchietti nicht mit Einheitsbrei zufrieden.

Die von Vetterli produzierte Scheibe (Mix und Mastering lagen in den Händen von Jens Bogren, unter anderem Opeth, Kreator, Amon Amarth, Behemoth) behandelt die Spannung zwischen Mensch und Technik, Macht und Ohnmacht, Selbstüberschätzung und Vergänglichkeit. Immer wieder tauchen religiöse, wissenschaftliche und kosmische Bilder auf, die existenzielle Fragen stellen. Wer hat die Kontrolle: Mensch oder Maschine? Können beziehungsweise dürfen Gesetze moralisch sein? Sind wir das Maß aller Dinge oder der Ursprung aller Zerstörung? Was bei all dem Anspruchsdenken ein wenig auf der Strecke bleibt, sind die mitreißenden Hooklines, wobei man bei solch progressiven Protagonisten nie genau weiß, ob sie überhaupt gewollt sind. DISSONANCE THEORY beinhaltet einige metallische Denksportaufgaben, ist aber musikalisch so interessant gehalten, dass die 47 Minuten viel mehr unterhalten als quälen. Ein äußerst gelungenes Comeback, das einer Szene, die mitunter Gefahr läuft, aus Sicherheitsbedenken kreativ zu verschimmeln, schonungs­los den Spiegel vorhält und zeigt, was möglich wäre.

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Poison: Bret Michaels bestreitet maßlose Geldforderungen

Poison-Schlagzeuger Rikki Rockett hatte Bret Michaels bekanntlich vorgeworfen, die für dieses Jahr angedachte Jubiläumstournee zum Debütalbum LOOK WHAT THE CAT DRAGGED IN mit seinen überzogenen finanziellen Forderungen torpediert zu haben. Hierauf reagierte der Sänger zwar bereits mit versöhnlichen Tönen, in einem neuen Interview geht der 62-Jährige jedoch nun konkret auf die Vorwürfe ein. Genau hinschauen So gibt es anscheinend bereits Pläne, dass die entsprechende Konzertreise einfach 2027 stattfindet: "Wir werden die Tour hoffentlich einfach ‚40 plus 1’ nennen." Darauf angesprochen, dass er laut Rockett dabei sechs mal so viel Kohle wie die restlichen drei Poison-Mitglieder verdienen will, erwiderte Michaels: "Das werde ich…
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