Nicht untypisch für eine norwegische Band durchzieht auch das neue Album der Progressivmetaller Course Of Fate eine kühle, nordische Melancholie, die bisweilen sogar in latente Agonie abzudriften scheint, zum Glück aber immer rechtzeitig die Kurve kriegt. Seit ihrem 2020er-Debütalbum MINDWEAVER zählen die Skandinavier zu den interessanten und vielversprechendsten Acts ihres Genres, denen der Spagat zwischen traditionellen Spielweisen und modernen Einflüssen scheinbar mühelos gelingt. Und so ist auch die dritte Scheibe BEHIND THE ECLIPSE ein Parforceritt durch die Prog-Annalen, die den psychedelischen Ansatz früher Pink Floyd-Scheiben ebenso berücksichtigt wie die klagende Schwermut von Queensry¨ches OPERATION: MINDCRIME (1988) oder die bisweilen ruppige Gangart jüngerer Acts wie Haken, Tesseract oder Soen. In der Tat kein leichtes Unterfangen, das aber vor allem Frontmann Eivind Gunnesen mit seiner flexiblen Stimme souverän meistert und sich dabei nicht einmal von den derben, tiefer gestimmten Gitarren-Riffs seiner Band-Kollegen Kenneth Henriksen und Fredrik Jacobsen aus dem Konzept bringen lässt. Chapeau!
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