Das kanadische Duo um Cody Bowles und Kevin Comeau hat sich in den letzten Jahren vom Retrogeheimtipp zu einer der ambitioniertesten Stimmen im Progressive Rock und Heavy Metal entwickelt. Musikalisch bewegen sich Crown Lands auf APOCALYPSE zwischen klassischen Kompositionen, progressiven Strukturen und ausgeprägtem Retro-Flair. Die Einflüsse reichen von Siebziger Jahre-Prog bis hin zu epischen Metal-Kompositionen, wobei besonders die langen, fließenden Übergänge und die komplexe Dramaturgie der Songs herausstechen (der Titel-Song fordert über 19 Minuten Aufmerksamkeit). Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist dabei die Stimme von Cody Bowles. Sie erinnert mit ihrem hohen, teilweise falsettartigen Ausdruck nicht selten an Bands wie The Darkness – und ist damit zunächst durchaus gewöhnungsbedürftig. Auf APOCALYPSE wird diese hohe Stimmlage sogar noch prägnanter in den Vordergrund gemischt und betont, als es eigentlich notwendig gewesen wäre, um den vollen Reiz der Musik zu entfalten. Hat man sich jedoch daran gewöhnt, eröffnen sich eindrucksvolle musikalische Höhenflüge, die perfekt zur epischen Ausrichtung des Materials passen. Inhaltlich entfaltet sich eine dystopische Science-Fiction-Erzählung über Macht, Manipulation und die Mechanismen von Kontrolle. So beeindruckend die technische Umsetzung, die Atmosphäre und die kompromisslose Haltung der Band sind – Crown Lands verlieren sich stellenweise mehr in der Ausgestaltung ihrer Ideen als in klaren, zwingenden Hooklines. Die Musik zieht zwar atmosphärisch alle Register, wirkt aber nicht immer konsequent auf den Punkt komponiert. Überzeugend und im gleichen Atemzug etwas selbstgefällig.
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