Subtiles Songwriting schön und gut, manchmal braucht es aber einfach blanke Wut statt Spielereien und Schnörkel. Ganz nach diesem Motto liefern Dead Pioneers mit WAGON BURNER ein Album, das gleichermaßen als bissige Punk-Platte, tiefgründige Spoken Word-Performance und politisches Manifest funktioniert. Egal, ob in ‘No Kings’ oder ‘Zealots’: Frontmann Gregg Deal nimmt kein Blatt vor den Mund und schießt mit scharfem Sarkasmus und ungefilterter Wut gegen Kolonialismus, rechte Ideologien und gesellschaftliche Ignoranz. Die Band verbindet dabei rohen Hardcore Punk mit treibenden Rhythmen und hypnotischen Spoken Word-Passagen à la Rage Against The Machine. Ab und zu läuft Gregg Gefahr, sich in seinen Predigten zu verlieren, doch zum Glück schafft es der amerikanische Aktivist meist, rechtzeitig die Kurve zu kriegen. Speziell dieses permanente Schwanken zwischen kontrolliertem Chaos, bitterem Humor und politischer Direktheit macht WAGON BURNER so packend. Dead Pioneers liefern kein 08/15-Punk-Album, sondern ein unbequemes, wütendes und genau deshalb enorm wichtiges Statement.
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