„Das Album mag nach ein paar Durchläufen vielleicht noch nicht leicht verständlich sein. Aber es trifft einen blinden Fleck, den viele Bands übersehen haben.“ Defiled liefern mit dieser selbstbewussten Beschreibung von ALTERED STATE unfreiwillig die treffendsten Gegenargumente gleich mit. Tatsächlich bleibt die neunte Platte der Japaner auch nach mehrmaligem Konsum schwer greifbar – allerdings weniger wegen ihrer Genialität als vielmehr aufgrund zerfahrener Ideen. Statt wie ein geschlossenes Werk klingt ALTERED STATE oft wie ein hektisches Tauziehen experimentierfreudiger Einzelkämpfer. Ständig steht die Frage im Raum, wer wohl die abruptesten Wechsel oder schrägsten Einfälle unterbringen kann. Was Defiled als progressiv verkaufen, trägt trotz 34-jährigen Band-Bestehens häufig überhastete und unausgereifte Züge. Chaotische Cannibal Corpse-Interpretationen (‘Genocidal State’), hektische Sepultura-Schlenker (‘The Degradation’), Fusion-Bassläufe und deplatziert wirkende Melodien (‘The Ultra Death’) führen selten zum Ziel. Selbst Geradliniges wie ‘Portal’ hinterlässt kaum Eindruck, was auch an Shinichiro Hamadas monotonem Keifen liegt. Für die „Direkt in die Kauleiste“-Todesgesellschaft tönt ALTERED STATE zu verkopft, für Tech-Deather dagegen zu beliebig. Den angeblich „blinden Fleck“, den Defiled ausleuchten wollen, haben viele andere Gruppen vermutlich nicht ohne Grund gemieden.
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