Kritik zu Fortíð WORLD SERPENT

Fortíð WORLD SERPENT

Viking Metal, Prophecy/Soulfood (10 Songs / VÖ: 11.12.)

5.5/ 7
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Die Wikingerzeit und der Metal – eine beliebte Kombination, die auch jede Menge Konsens in der METAL HAMMER-Jurorenschaft und darüber hinaus erzeugt. Und die manchmal absonderliche, aber auch überaus amüsante Brücken schlägt: Mich von Árstíðir lífsins in einer vollkommen un­ver­ständlichen Sprache zutexten zu lassen, macht mir ebensoviel Spaß wie Enslaveds Runen­esoterikschabernack oder einst Forlorns „Wikinger im Weltraum“-Geisterfahrt. Die Isländer Fortíð waren historisch meist eher ortho­­dox unterwegs, fuhren auch da aber gerne das große Gerät auf: Gleich die ersten drei Alben schlugen als Trilogie ein (VÖLUSPA PART I bis III), wobei der musikhistorische Nachhall eher verhalten war.

Erst als Chef Einar Thorberg nach Norwegen übersiedelte, wurde aus Fortíð eine amtliche Band und aus der Musik ein offenes Zusammenspiel verschiedener Einflüsse von Black über Bathory bis hin zum Thrash. Um die Schunkeln-mit-Hörnerhelm-Klischees machen sie jedenfalls einen großen Bogen, und statt der gewohnten Riff-Stanzen herrscht eine angenehme „Alles geht“-Mentalität. Ihr fünftes Album WORLD SERPENT entzieht sich schon jetzt von der Entstehung her dem früheren Hang, alles konzeptionell zu Tode zu rüsten: Einar ist seit Kurzem wieder zurück in Island, das Songwriting wurde dadurch in zwei Teile zerschnitten: auf der einen Seite die thrashigere Ausrichtung mit den ehemaligen norwegischen Kollegen, auf der anderen eine eher schwarzmetallische Legierung, bei der ihn The Kontinuum-Drummer Kristján Gudmundsson unterstützte.

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Und das tut dem Ganzen ausgesprochen gut, weil der Fokus ausschließlich auf Songs, und zwar auf guten Songs, liegt. WORLD SERPENT hat seinen Anteil an flirrenden, majestätisch-melodischen Tremolo-Orgien, klingt aber insbesondere durch den interessanten, klaren Gesangsvortrag eher nach Mitt­neunziger-Killing Joke als Mayhem. Das Songwriting ist immer an­sprechend und geht gut ins Ohr, wo dann die magischeren Momente, von proggiger Mehr­stimmigkeit bis zu „Voivod in Valhalla“-Riff-Preziosen, extra gut zünden. Insgesamt ein extrem unterhaltsames Album, dem man anmerkt, wie virtuos Einar (siehe auch Katla. oder die isländische Black Metal-Legende Potentiam) nicht nur durch verschiedene Band-Konstellationen, sondern auch über Genre-Grenzen hinweg tanzt.

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