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Deimos‘ Dawn ANTHEM OF THE LOST

Thrash Metal , MDD/Alive (12 Songs / VÖ: 14.4.)

5/ 7
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Treffen sich drei deutsche Mittvierziger und gründen eine Thrash-Band. So weit, so gewöhnlich. Aufge­merkt werden muss hier dennoch, denn die Herren Doé, Lange und Schmidt haben sich als Sänger niemand Geringeren als Marc Grewe geschnappt, der sich im Herbst seiner Karriere zu einem richtigen Tausendsassa zu entwickeln scheint. Dank Morgoth untrennbar mit der deutschen Death Metal-Ursuppe verwachsen, tauchte er sonst über viele Jahre zwar gerne als Gastsänger, ansonsten aber nur alle zehn Jahre bei der Supergroup Insidious Disease wieder auf. Im Jahr 2023 singt er für die Death Metal-Bands Leper Colony und Discreation, und nun auch noch für Deimos’ Dawn.

Dem Vorwurf der Überpräsenz entzieht er sich jedoch geschickt, hat er doch seinen Gesangsstil entsprechend angepasst. Immer noch klar zu identifizieren, singt er auf ANTHEM OF THE LOST etwas kehliger und verständlicher als auf den sonst von Growls und fiesen Schreien geprägten Alben. Bei ‘Walking Out On You’ entwickelt er mit seinen schnell gebellten Shouts und dem gesprochenen Part gar Slayer-Vibes. Die Totschläger sind für Deimos’ Dawn ebenso Einfluss wie Kreator, Sodom und Sepultura. Die gleichermaßen wuchtige wie ausgewogene Produktion der Instrumente geht auf das Konto von Drum-Fetischist Corny Rambadt (Sodom, Disbelief), und Ex-Sodom-Gitarrist Andy Brings wurde für das Schreiben der Texte und die Aufnahme der Vocals herangezogen – auch wenn dieser momentan eher in Schlager-Rock- denn Metal-Gefilden unterwegs ist, konnte er sich der Überraschung, als die sich Deimos’ Dawn entpuppen, wohl auch nicht entziehen.

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Keine Ahnung, ob das treibende, den Albumtitel im Text tragende ‘Deathstar Spangled Banner’ eine Exodus- oder „Star Wars“-Hommage ist, aber mitgrölen lässt es sich ganz vorzüglich. Auch wenn, wie oben erwähnt, Thrash an sich die Formel für ANTHEM OF THE LOST ist, kloppt sich das Quartett nicht nur geradeaus nach vorne – es darf gerne auch mal etwas Abwechslung in die Songs einfließen. In diesen Momenten (zum Beispiel ‘The 4th Wall’) klingt die Band ein wenig nach Grip Inc., und in den untypischeren Momenten erinnert das Ganze hier und da an Marcs andere Mittneunziger-Band Power Of Expression, was die Abkehr von der reinen Lehre angeht. Dies kommt auf ANTHEM OF THE LOST schlussendlich aber der Variabilität zugute, und beim finalen ‘Terrorvision Quest’ wirft die Band dann wild Grooves, Samples, Gang-Shouts und „Ho, ho“-Chöre in den Topf – hier darf noch einmal daran erinnert werden, dass wir es hier nicht nur mit einem überzeugenden Debüt zu tun haben, sondern dass die Jungs in dieser Konstellation gerade erst angefangen haben.

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