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Dornenreich IN LUFT GERITZT Review

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Dornenreichs unerhörte Empfindsamkeit ist mittlerweile eine eigene Kategorie, und wer die Österreicher zu diesem Zeitpunkt noch nicht mag, nie mochte, wird sie mit IN LUFT GERITZT auch nicht mehr lieben lernen.

Dabei ist das Album um einiges harscher, härter und fordernder ausgefallen als sein Vorgänger DURCH DEN TRAUM: Jochen „Eviga“ Stock (Gesang, Gitarre) und Thomas „Inve“ Riesner (Geige) setzen der Wirklichkeit sozusagen akustisch die Pistole auf die Brust. Grob vereinfacht könnte man das auch als Neofolk bezeichnen – allerdings ohne die Rückwärtsgewandtheit, die dem Genre so oft anhängt. Je mehr Dornenreich Strophe und Refrain egal sind, desto moderner und expressionistischer wirkt das Ganze – selbst wenn die Musiker dazu Pfadfinderinstrumente benutzen. Gute Beispiele hierfür sind die hitzeflirrende Lautmalerei von ‘Unruhe’; sind ‘Freitanz’ und ‘Sehnlauf’, die Aufbruchstimmung zeichnen, sowie das lyrische ‘Dem Wind geboren’.

Neu im Mix ist die Geige, die mit nachgerade betörender Sinnlichkeit sägt, seufzt und die Songs umgarnt, und doch ist das eindrucksvollste Instrument nach wie vor Evigas Stimme: Wer den Sänger kratzig wie selten hören möchte, braucht nur ‘Meer’ anspielen. Unser einziger, kleiner Kritikpunkt: Hat sich das Ohr einmal auf den Schellenkranz fokussiert, wird man ihn nicht mehr los… Also besser gar nicht erst drauf achten.

Melanie Aschenbrenner

(Diese und viele weitere Rezensionen findet ihr in der METAL HAMMER Juni-Ausgabe!)


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