Isländischer Black Metal hat seit jeher eine eigene markante Note. Statt auf hemmungslose Prügelorgien und maximalen Geschwindigkeitsrausch setzen schwarze Bands aus der Eisregion eher auf erdrückende Dunkelheit, epische Breite und reichlich Pathos. Im Fall von Forsmán kommt das alles zusammen. Mit ihrem Erstling BRENNDAR RÚSTIR & FUÐRANDI FJÖRUR (zuvor hatte man mit DÖNSUM Í LOGANS LJÒMA (2021) passabel vorgelegt) gelingt der Truppe auf Anhieb ein erster Achtungserfolg. Frenetische Hymnen (‘Andvana’) treffen auf stampfendes Pathos (‘Drottinn Fyrirgefur Allt’) und schleppende Dunkelheit (‘Kynjamyndir’). Damit decken Forsmán vorbildlich die Klanglandschaft ihrer Herkunft ab und vermengen sie mit der klassisch-norwegischen Spielart – und genau darin liegt das Problem. Denn wo andere isländische Formationen aus der Kälte eine eigene Grammatik destillieren, bleiben Forsmán im Modus der Illustration: alles ist da, aber nichts zwingt sich wirklich auf. BRENNDAR RÚSTIR & FUÐRANDI FJÖRUR bleibt erstaunlich vorhersehbar. Statt die bekannten Versatzstücke zu brechen, zu überdehnen oder ins Leere laufen zu lassen, vermengen Forsmán sie mit bereits zum Erbrechen durchexerzierten Kniffen. Trotzdem: Für einen ersten Aufschlag ist das solide. Doch es genügt nicht, um in der ersten Riege der reichhaltigen Black Metal-Szene des Landes mitzuspielen. Dafür steht sich die Band noch zu sehr selbst im Weg.
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