Seit 2014 stehen Hellripper für kompromisslosen Blackened Thrash mit einer wilden Mixtur aus guten alten Venom, klassischem Speed Metal und räudigem Rotz-Rock. Mastermind James McBain hat diese Formel über die Jahre hinweg konsequent geschärft – mit CORONACH präsentiert er nun das bislang ambitionierteste Kapitel seiner Ein-Mann-Offensive. Klanglich geht McBain diesmal spürbar weiter. Neben rasender Aggression und messerscharfen Riffs öffnet er das Sound-Bild für neue Nuancen: Piano, Streicher, Synthesizer und sogar Dudelsäcke erweitern das klassische Black Thrash-Vokabular. Nicht jede dieser Ideen entfaltet sofort ihre volle Wirkung, doch sie verleihen dem Album charmante, atmosphärische Tiefe. Stücke wie ‘Sculptors Cave’, ‘The Art Of Resurrection’ oder das infernalisch betitelte ‘Blakk Satanik Fvkkstorm’ demonstrieren Hellrippers Kernkompetenz: rasende Tempi, präzise Riff-Kaskaden und eine permanent lauernde, melodische Finsternis. Gleichzeitig wagen längere Kompositionen wie der Titel-Track bewusst den Schritt zurück, setzen stärker auf Dramaturgie, Atmosphäre und eine fast theatralische Gravitas. Nicht jeder Spannungsbogen trägt gleichermaßen, doch der Wille zur Erweiterung ist unüberhörbar. Inhaltlich bleibt McBain tief in schottischer Geschichte und Folklore verwurzelt, das verleiht CORONACH eine eigenständige Identität, ohne in folkloristischen Kitsch abzurutschen. Unterm Strich ist CORONACH ein starkes, stellenweise forderndes Werk, das zeigt, dass Blackened Thrash auch 2026 noch Wachstumspotenzial besitzt – und dass Hellripper der Szene weiterhin einen Schritt voraus sind.
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