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Jarboe SIGHTINGS

Experimental Metal, Consouling Sounds/Broken Silence (7 Songs / VÖ: 3.4.)

5/ 7
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Es beginnt mit einer Art Taufe: In ‘The Holy Waters’ geleitet die Industrial- und Ambient-Hohepriesterin in einen unheimlichen Raum, der von Orgel, Synths, Holzbläsern, Perkussion und Vocals erfüllt ist. Weitere Tracks öffnen sich gemessenen Tempos, zu Piano, Streichern, Glockenspiel, Posaune. In ‘Choir And Night Fox’ blitzt beunruhigendes Fauchen auf, und eine neofolkig monotone Trommel wummert. ‘Breathe’ könnte, trotz dunkler Untertöne, in besseren Yogastudios laufen. Jarboe zieht auf SIGHTINGS zwar alle Register ihrer Kunst, aber wer gehofft hatte, sie von ihrer erschütternden Seite zu erleben – als Frau, die dir auf den Grund der Seele blickt und deine schlimmsten wie erhabensten Seiten hervorholt –, muss sich gedulden: SIGHTINGS ist nicht die brutale Platte, die unsere Zeit verdient, sondern eine offene Meditation. Kein Zorn, kein schrilles Aufbegehren – die Zeichen stehen auf Heilung, auf Liebe für die kleinen Dinge. So ziert das Cover und den Track ‘Vireo Serenade’ ein Vögelchen aus der Gattung der Sperlinge, der in Amerika beheimatete Vireo. Man hört ihn eher, als dass man ihn sieht, er ist unscheinbar, aber resilient; das Totemtier dieser eleganten, warmen Platte. Der Kreis wird geschlossen von ‘The Holy Waters’ im Sangha Mix (klingt nach buddhistischer Aussegnung), und der Oblivion Mix von ‘Of Ancient Memory’ (ursprünglich 1991 auf Jarboes Solo­debüt) weht dann endgültig ins Nirvana: „Love is the magic / now we spiral round.“

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