Nachdem Square Enix im Vorgänger ‘Life Is Strange: Double Exposure’ (2024) Max Caulfield erneut ins Zentrum der Geschichte gerückt hatte, geht ‘Life Is Strange: Reunion’ einen Schritt weiter: Chloe Price, Max’ enge Freundin, kehrt ebenfalls zurück. Die Reaktionen sind geteilt. Für viele Fans ist das Wiedersehen der beiden ein emotionaler Höhepunkt, andere reagieren skeptisch. Das erinnert an die stetig abnehmende erzählerische Kraft der bisherigen Ableger. Schon frühere Versuche, Fan-Lieblinge zurückzubringen, hinterließen den Eindruck, dass das Franchise seine narrative Frische allmählich verliert. In ‘Life Is Strange: Reunion’ unterrichtet Chloe Fotografie an der Universität Caledon University, und Square Enix setzt erneut auf die Zeitmanipulation ihrer Protagonistinnen.
Anders als noch im Vorgänger, der zwischen mehreren Zeitebenen pendelte, bleibt die Erzählstruktur linear – die Spieler können Geschehenes zurückdrehen und Entscheidungen revidieren. Auf diese Weise entsteht ein rührendes Wiedersehen, das Höhepunkte der Serie neu aufleben lässt. Doch das Mittel der Nostalgie wirkt hier mehr als tragender Kniff. ‘Life Is Strange: Reunion’ revidiert die Entscheidungen seiner Vorgänger, einschließlich der tragischen Konsequenzen am Ende von ‘Life Is Strange’, wäscht die narrative Verantwortung quasi von den Schultern der Spieler und hinterlässt eine Reihe, deren ursprüngliche Intensität nach dem Erstling schrittweise erodierte. Der Verlust wird versucht auszugleichen – die Figuren erhalten Momente von Wärme und Vertrautheit –, doch die Substanz bleibt begrenzt. Das erzählerische Pulver war bereits nach dem ersten Teil verschossen; Square Enix bringt es nur noch einmal in Szene – solide, aber ohne den Zauber vergangener Tage.
