Das wurde aber auch Zeit! In ihrer Frühform besteht die schwedische Gruppe Lion’s Share unter der Ägide von Gitarrist Lars Chriss bereits seit 1987. Seit dem fünften Werk EMOTIONAL COMA (2007) mischt der von Astral Doors, früher Civil War sowie seinem Soloprojekt bekannte Sänger Nils Patrik Johansson mit, doch nach DARK HOURS (2009) war erst mal Schluss. Auf die Single-Orgie der letzten Jahre folgt nun INFERNO, die erste vollwertige Lion’s Share-Platte seit 17 Jahren. Darauf präsentiert sich das federführende Duo mit seinen vier Mitstreitern in vorzeigbarer Form. Insbesondere der Einstieg kann überzeugen: Zackige Songs mit bratenden Gitarren wie ‘Pentagram’, ‘We Are What We Are’ oder ‘Chain Child’ (Anspieltipp) begeistern dank riffender Härte und kreativer Ideen, während
‘We Will Rock’ mit traditionellen Vibes und fetzigen Soli bezirzt. Andere Songs bleiben indes blass. Das von Windgeräuschen eingeleitete, langsam dahinstampfende ‘The Lion’s Trial’ mutet et-
was behäbig an, wovor Orchestrationen und Chöre ‘Run For Your Life’ bewahren. Über all dem thront Johanssons markante Stimme, die (wie so oft) den Unterschied macht, mittlerweile aber natürlich relativ vielen Formationen zugerechnet wird. Dies schmälert die Freude, die Fans von kernigem Heavy Metal an INFERNO haben dürften, aber keineswegs.
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