Bei Lost In Hollywood sind es vor allem die ersten Momente einzelner Songs, die einen kurz aus dem Konzept bringen – und genau das ist gewollt. Auf dem Band-betitelten zweiten Album LOST IN HOLLYWOOD legen einige Tracks erst einmal eine völlig andere Fährte. Stücke wie ‘I Should Have Known Better’, ‘The Fire’ oder ‘Like A River’ starten überraschend soft, elektronisch und mit klaren Pop- und Urban-Vibes. Kurz fühlt man sich eher in einer modernen Charts-Playlist als in einem Metalcore-Album, bis plötzlich Gitarren, Drums und Gebrüll reinknallen und alles wieder geradeziehen. Auch ‘Chasing Dreams’ und ‘Love Is Dying’ folgen genau diesem Prinzip. Dieses bewusste Antäuschen zieht sich durch fast alle Songs und sorgt dafür, dass man deutlich aufmerksamer hinhört. Grundsätzlich bleibt die Band klar im Metalcore zu Hause, wirkt diesmal aber deutlich offener und zugänglicher. Große Refrains, viel Melodie und ein spürbar emotionaler Fokus stehen im Vordergrund, ohne dass der Druck verloren geht. Der Gesang klingt jung, hoch und angenehm direkt, ohne unnötiges Drama. Eine riesige stilistische Neuerfindung ist das nicht, allerdings spielen Lost In Hollywood clever mit Spannung, Einstiegen und Song-Aufbau, und genau das macht dieses Werk so kurzweilig und überraschend.
***
Du willst METAL HAMMER lesen, aber kein Abo abschließen? Kein Problem! Die aktuelle Ausgabe portofrei nach Hause bestellen: www.metal-hammer.de/heftbestellung
***
