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Merrimack OMEGAPHILIA

Black Metal, Season Of Mist/Soulfood (7 Songs / VÖ: 09.06.)

5/ 7
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Es tut gut, dass man sich auch in der heutigen Zeit noch auf etwas verlassen kann. Bei allem Craft Beer ist es schön, einfach mal ein Helles zu trinken, und statt Cortado oder Mocca Latte tut auch ein einfacher schwarzer Kaffee seinen Dienst. Der schwarze Kaffee des Black Metal in dieser Gleichung sind Merrimack.

Eine Band, die sich dem einfachen, aber wahren Grundsatz verschrieben hat, dass ein perfektes Ausgangsprodukt nicht automatisch besser wird, wenn man es verfremdet, zerdenkt oder auf Teufel komm raus verändert. Gut, der Teufel kommt auch auf OMEGAPHILIA raus, aber das liegt durchaus im Sinne des Erfinders. 1994 mitten in der zweiten Black Metal-Welle an den Start gegangen, wütet, krakeelt und predigt sich Oberhaupt Perversifier auch auf seinem fünften Anschlag durch die hohe Kunst pechschwarzer Wurzelkunde.

Besonders altmodisch klingt OMEGAPHILIA deswegen noch lange nicht, dafür legt der Franzose viel zu großen Wert auf solides Songwriting, funktionierende Arrangements und eine zeitgemäße, muskulöse Produktion. Im Kern haben sich Merrimack aber ihre finstere, unheilvolle und morbide Grundstimmung bewahrt, die diese Spielart ausmacht. Lichtlose Themen, klirrende Gitarren, rumorende Drums, dissonante Besessenheit und kehlige Ziegenbockbeschwörung im Angesicht einer sterbenden Welt. Vielleicht nicht hochtrabend originell – aber das ist ein frisch gezapftes Pils schließlich auch nicht.

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