Die 1999 gegründeten japanischen Post-Rocker, bis auf wenige Ausnahmen rein instrumental, leben schon lange in einem eigenen Kosmos. Ruhm, Anerkennung, sich von anderen Post Rock-Band abheben – egal. Ihre beharrliche Selbstreferenzialität erinnert ein bisschen an Acts wie The Cure: nicht musikalisch, klar, aber in der Art, wie sie ohne jede Bezüge zu Dritten und Vierten ihr Ding machen, mit Fans, deren Aufmerksamkeit einzig auf sie gerichtet ist. Eine Band, die im geschlossenen System agiert. In diesen eingeschworenen Zirkel haben sie nun ihr 13. Album gedroppt: SNOWDROP, Schneeglöckchen. Alle Tracks sind nach Blumen benannt. Mit feinem japanischen Sinn für Zwischentöne und Symbolik bedienen Mono die Sprache der Blumen, wo die ‘Gerbera’ für beständige Liebe, ‘Snowdrop’ für Hoffnung und Trost, und ‘Shion’ (der japanische Name einer Aster) für liebende Erinnerung steht. Verlust und Abschied waren zentrale Inspiration, auch der Tod von Steve Albini 2024, dem legendären Ton-Ingenieur, der die Band früh begleitete und den sie als fünftes Mitglied ansah. Neben Trauer schwingen in den neuen Tracks aber auch Dankbarkeit und versonnene Ruhe mit. Man kann sich Mono gar nicht anders denken als nach oben schwebend, in Licht und Katharsis – so, wie in ‘Gerbera’ mit seinem zehnköpfigen Klassikorchester und den Vokalisen eines achtköpfigen Chors. Die orchestrale Ummantelung macht das Album als Ganzes oft süßlich – aber genau das kann man als heilsam empfinden.
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