Frontfrau MarialenaTrikoglou hat eine umfassende klassische Ausbildung im Gesang und in Musik-Performance genossen, studierte unter anderem Opernrollen wie Micaela in ‘Carmen’, die Contessa in ‘Die Hochzeit des Figaro’ oder Antonia in ‘Hoffmanns Erzählungen’, ist pianistisch geschult und bühnenerfahren. Entsprechend opulent ist der Sound von Mystfall und ihres zweiten Albums EMBERS OF A DYING WORLD gesetzt. Sie steht im Epizentrum eines Klangbilds, in dem sich Fans von Nightwish und Epica sofort zurechtfinden. Auf knackig arrangierten Metal-Riffs zerschellen sinfonische Elemente, mit denen die Griechen auf EMBERS OF A DYING WORLD weiß Gott nicht geizen. Chöre, orchestrale Schichten und cineastische Übergänge gehören selbstverständlich zum Repertoire. So weit, so gut, und so weit auch vertraut. Während man auf dem Vorgänger CELESTIAL VISION mit ‘Centuries’ ein klares Highlight setzte, bleibt das neue Material auf solidem, leicht altbackenem Niveau. EMBERS OF A DYING WORLD wirkt wohlgemerkt nicht überfrachtet, die Gegensätze zwischen Härte und Pathos sind sauber gesetzt. Die eingestreute männliche Growl-Stimme bringt hingegen keinen echten Mehrwert und wirkt dramaturgisch nicht notwendig. Bei allem hörbaren Können der Protagonistin und sauber produzierten Arrangements setzt die Scheibe insgesamt zu wenige dramatische Momente, um herauszustechen. Wer seine Sammlung im Bereich des Symphonic Metal erweitern möchte, kann dennoch reinhören – die Qualität stimmt. Nur der Funke, der das Werk unverwechselbar machen würde, springt nicht über.
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