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Pentagram LIGHTNING IN A BOTTLE

Doom Metal  , Heavy Psych/Cargo (14 Songs / VÖ: 31.1.)

5.5/ 7
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Langsam, aber sicher etabliert sich Heavy Psych Sounds Records, das italienische Label von Black Rainbows-Frontmann Gabriele Fiori, als immer wichtigerer Nischen-Player. Mit den Doom Metal-Schwergewichten Pentagram erweitert man das stattliche Roster um ein definitives Szenelegenden-Signing und hat damit nicht nur die Wiederveröffentlichung von Back-Katalog-Schätzen wie zuletzt REVIEW YOUR CHOICES (1999) und SUB-BASEMENT (2001) vor Augen: Zehn Jahre nach CURIOUS VOLUME erscheint mit LIGHTNING IN A BOTTLE das neue und neunte ­Pentagram-Album (das 1993er-Re-release des ursprünglich Band-benannten Debüts unter dem Titel ­RELENTLESS nicht mitgezählt).

Der erst im Sommer 2024 bis auf Sänger, Gruppen- und Genre-Galionsfigur Bobby Liebling zum x-ten Mal runderneuerten Band, zu der nunmehr Gitarrist und Produzent Tony Reed (Mos Generator, Big Scenic Nowhere), Basser Scooter Haslip (Mos Generator) und Schlagzeuger Henry Vasquez (Legions Of Doom, Saint Vitus) zählen, hat die abermalige personelle Frischzellenkur hörbar gutgetan. Während auf instrumentaler Seite (nicht nur) patent geklopfte Doom-Teppiche ausgerollt werden, legt Liebling mit Altmeisterautorität und einer fast schon improvisatorischen Leichtigkeit in der hypnotischen Stimme seine pointierte Pentagram-Poesie darüber.

Pragmatisch und programmatisch erfolgt die Eröffnung mit dem scheppernd-rasselnden ‘Live Again’, bevor ein Song wie ‘In The Panic Room’ (und später auch ‘Dull Pain’, das zudem mit einem Killer-Kehrvers und -Solo auftrumpft) anhand subtiler Soundgarden-Vibes Grunge-geschult belegt, dass die Generationskluft zwischen Liebling und der Mos Generator-Garde kein Nachteil ist, sondern einen spektrumerweiternden Vorteil darstellt. Was nicht bedeuten soll, dass Pentagram anno 2025 nicht auch astreinen Doom-Purismus auf der Palette hätten: ‘I Spoke To Death’ ist höllenhundzähnebleckend und mit seinem Iommi-inspirierten Monster-Riff durchaus ein veritabler Black Sabbath-Tribut-Track.

Erklärtes Herzstück sowie Songwriting- und Dynamikgewinner ist indes das mit leiseren Zwischentönen gespickte, autobiografisch eindringliche ‘Lady Heroin’, welches im melodischen Mittelteil Alice In Chains’ ‘Rooster’ genauso wie gesangsmelodisch die Bridge aus Pink Floyds ‘Time’ evoziert. An die schrecklichen Schatten-seiner-selbst-Aufnahmen, die Junkie Liebling zu Anfang der 2011er-Filmdokumentation ‘Last Days Here’ noch auf die befleckte Lebenswerkleinwand warf, erinnert 14 Jahre später rein gar nichts mehr und zeigt sich der einstige Drogen-Dio des Doom gesanglich und kreativ rehabilitiert.

Aus diesem Grund wissen auch das mit etwas psychedelischem Garagen-Drive ein wenig in Jefferson Airplane und The Animals-Gefilde abdriftende ‘I’ll Certainly See You In Hell’, das majestätisch schleppende ‘Spread Your Wings’ oder der beschwörerische, den Geniestreich-Charakter dieser Scheibe vorwegnehmende Titel-Track allesamt zu begeistern. Obendrein gibt es auf der CD-Fassung noch drei Bonustracks (darunter eine alternative, fürwahr rohe Rough-Mix-Fassung von ‘Lady Heroin’), von denen vor allem das eingängige und extrem starke ‘Start The End’ durchaus auch das reguläre Album noch weiter aufgewertet hätte. Gut, dass sich Liebling die Sache mit dem Aufhören doch noch mal überlegt hat.

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