Auf seinem zweiten Album präsentiert sich das in Gelsenkirchen ansässige Stoner-Trio mit Psych- und Prog-Tendenzen musikalisch wie menschlich erweitert. So steuert nicht nur Philipp Seitzer Keyboard-Klänge bei, sondern wird zusätzlich zu Schlagzeuger Marcel „Uwe“ Kloß’ Leadvocals auch Gastgesang von Ryan Garney (High Desert Queen) sowie Lena Schneider geboten. GESTALT profitiert von der damit gewonnenen Mehrflächigkeit, die auch Fans von Elder oder King Buffalo zusagen dürfte. Genauso kommt die Grunge-Anhängerschaft ob der Gesangsmelodien oder an Mastodon geschulten Dynamikdemonstration von ‘In Anima’ auf ihre Kosten. Beachtenswert bleibt darüber hinaus, wie Gitarrist Nils Stecker es schafft, seinem Instrument zuweilen Läufe zu entlocken, die eher ein Banjo als eine E-Gitarre evozieren. Bei aller Genre-gewohnten atmosphärischen Finesse (und der druckvollen wie detailreichen Produktion von Robin Stirnberg) darf man allerdings die Song-schreiberische Klasse der sechs Kompositionen keineswegs unter den Tisch fallen lassen. Egal ob im vorherrschenden Siebenminütersegment oder im Rahmen eines kurzen, lieblichen instrumentalen Interludiums wie ‘Respite’: Der Pott-Dreier überzeugt.
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