Wenngleich Schattenmann nicht alle NDH-Anleihen gänzlich ablegen können, hat der Trupp aus Nürnberg einen deutlichen Wandel vollzogen. Einer Schlange gleich wurde die alte, abgenutzte Haut abgestreift, damit Neues gedeihen kann. Ein bisschen Deutsch-Rock hier, je eine Prise Metalcore und Synthesizer da – das ist ENDGEGNER im Grunde. Wobei, nicht ganz. ‘Kamikaze’ und ‘Kein Kommando’ enthalten vergleichsweise viele elektronische Klänge, was ihnen einen Hauch Party-Pop-Rock verleiht, und ‘Wir sind das Ende der Welt’ geht gut und gerne als Metalcore-Ballade durch. Immerhin steckt in der Nummer viel Mitfühlpotenzial, und Frank Herzigs Stimme kommt wirklich gut zur Geltung. Was sich die Band bei ‘Schna-na-naps’ gedacht hat, weiß nur sie selbst. Das wird bestimmt die neue Hymne beim nächsten Promilleabsturz im Flatrate-Club um die Ecke. Es kann nicht immer nur tiefgründig sein, aber es gibt einfach Lieder, bei denen fällt das Niveau spürbar – Spaß hin oder her. Zum Glück bleibt es bei diesem einen Ausrutscher. Bei ‘Echo’ und ‘Gelegenheit macht Liebe’ wird es etwas schnulzig – dank der ein oder anderen Plattitüde. Mit ‘Auf die Zunge’ gibt es schließlich noch eine Nummer, die ursprünglich mit Eisbrecher aufgenommen wurde und vergangenes Jahr auf deren Album KALTFRONT°! erschienen ist. Hier handelt es sich um die Schattenmann-Version, die sich jedoch nicht sonderlich vom Original unterscheidet. Zusammengefasst: Der Stilwechsel steht der Band gut zu Gesicht. Während manche Lieder von durchaus guter Qualität sind, gehen andere aber leider unter – oder eben gar nicht.
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