Was wären Electric Callboy ohne ihre augenzwinkernden, komplett übertriebenen Inhalte und Aufmachungen? Könnte eine „normale“ Band den gleichen Sound machen? Self Deception nehmen sich dieser Aufgabe an, wobei die Castrop-Rauxler nur einen Eckpfeiler des Spektrums der Schweden bilden (siehe unter anderem ‘Time’s Up’ und ‘Death Of Me’). Ebenfalls noch mit in der Melange schwimmen Musical-Melodien à la Ice Nine Kills (‘Wake Up’, ‘Break’), ein paar unterschwellige Nu Metal-Anklänge der Marke Skindred sowie die im modernen Metalcore allgegenwärtigen Architects. Das Ganze wirkt durchaus etwas zusammengeklaut – besonders ‘Ketamine Cowboy’, in dem sich Self Deception wie Dominum (‘The Dead Don’t Die’) beim traditionellen Kinderlied ‘Hush, Little Baby’ bedienen. Doch da Frontmann Andreas Clark, Schlagzeuger Erik Eklund, Bassist Patrik Hallgren und Gitarrist Ronny Westphal alle Stücke auf ihrem siebten Studioalbum auf möglichst einprägsam trimmen, dürften sie weiterhin vorzeigbare Streaming-Zahlen verbuchen.
***
Du willst METAL HAMMER lesen, aber kein Abo abschließen? Kein Problem! Die aktuelle Ausgabe portofrei nach Hause bestellen: www.metal-hammer.de/heftbestellung
***
