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Soilwork VERKLIGHETEN

Melodic Death, Nuclear Blast/Warner (12 Songs / VÖ: 11.1.1)

5.5/ 7
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Es ist gar nicht einfach zu erklären, warum Soilwork nie ganz den Popularitätsschub von In Flames oder Dark Tranquillity erfahren durften. Ob es ihr Hang zur Weiterentwicklung und ihre offene Umgangsweise mit modernen Sounds und Einflüssen sind, die sie sich schon früh in ihrer Karriere auszuleben trauten – und die sie stilistisch damit zeitweise nicht einfach greifbar machten? Wie dem auch sei; arm an Höhepunkten sind ihre Laufbahn und Diskografie keinesfalls: Nach NATURAL BORN CHAOS (2002), FIGURE NUMBER FIVE (2003) und THE LIVING INFINITE (2013) erobern sie mit VERKLIGHETEN zum vierten Mal den METAL HAMMER-Soundcheck.

Und es scheint, als sei die Band mit ihrem elften Album auf einem neuen Kreativitätshöhepunkt angekommen! Zu unterstellen, dass die eingeschobenen Abenteuer mit The Night Flight Orchestra jetzt Soilwork umgekrempelt hätten, wäre vermessen; und doch ist es nicht von der Hand zu weisen, dass die Schweden auf VERKLIGHETEN enorm schmissige Melodien, hittige Songs und eine ungewohnt rockige Attitüde an den Tag legen – eben das, was den sommerlichen AOR-Hype The Night Flight Orchestra auszeichnete, jetzt aber mit dem Soilwork’schen Melodic Death Metal-Überbau. Doch verweichlichen und versüßlichen ließen sich Björn „Speed“ Strid, David Andersson und Konsorten gewiss nicht! Krasse Härteausbrüche wie noch auf dem 2016er-Vorgänger THE RIDE MAJESTIC sind zwar Raritäten, allerdings legen Nummern wie ‘Arrival’ und ‘When The Universe Spoke’ ordentlich vor – ‘Bleeder Despoiler’ erinnert gar an Band-Klassiker der Marke ‘Like The Average Stalker’.

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Auf der anderen Seite stehen Stücke wie ‘The Nurturing Glance’, das in den Strophen an typischen Death’n’Roll erinnert, und der flotte Banger ‘xThe Wolves Are Back In Town’, das die Rock-Attitüde weit in den Vordergrund kehrt. Am stärksten ist VERKLIGHETEN aber immer dann, wenn einnehmende Melodien und finsterer Schwedentod perfekt zusammenfinden. Ganz vorne spielen dabei zwei herausstechende Songs mit: ‘Full Moon Shoals’, bei dem sowohl das Heavy Riff als auch der Klargesang-Refrain zum Dahinschmelzen sind, und ‘Stålfågel’, bei dem es sich im Grunde um einen melodisch-melancholischen Rock-Song (der so ähnlich auch von The Night Flight Orchestra möglich wäre) mit heftigerer Instrumentierung und in den Hintergrund gemischten Growls handelt.

Soilwork zelebrieren große Metal-Kunst, wie sie sonst nur Amorphis hinkriegen – passenderweise gibt deren Sänger Tomi Joutsen einen Gastauftritt im nervösen und knallharten ‘Needles And Kin’. Mit VERKLIGHETEN zaubern Soilwork eine starke Melodic Death Metal-Variante aus dem Hut, die dem Genre auf die alten Tage noch neue Facetten abverlangen kann.

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