Bei einem kreativen Wirrkopf wie Les Claypool darf – oder besser: muss – man auf alles gefasst sein. Mit Sean Lennon hat der Primus-Bassist einen Partner gefunden, der seine Vorliebe für musikalische Grenzgänge und psychedelische Klangwelten bereitwillig teilt. Mit The Claypool Lennon Delirium taucht Claypool erneut tief in die Ästhetik der späten Sechziger ein. Auf der Platte wechseln sich geschmackvoll präsentierte Ohrwürmer mit völlig durchgedrehten Ideen ab – genau jener Balance-Akt, den man von Claypool kennt. Inhaltlich kreist das Album um eine surreal anmutende Erzählung über eine Welt, die nach neuen Formen von Bewusstsein sucht. Die Songs bewegen sich dabei zwischen psychedelischer Reise, verspieltem Konzeptalbum und ironischem Kommentar auf Gegenwart und Pop-Kultur. Musikalisch wird dieser Ansatz mit einem Kaleidoskop aus Vintage-Keyboards, versponnenen Gitarrenlinien und Claypools charakteristisch hüpfendem Bass umgesetzt. Klare Strukturen und konventionelles Songwriting gibt es hier nicht. Doch wer auf musikalische Abenteuer aus ist, findet hier ein psychedelisches Kuriositätenkabinett.
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