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Touché Amoré SPIRAL IN A STRAIGHT LINE

Post Hardcore, Rise/Universal/BMG (11 Songs / VÖ: 11.10.)

5/ 7
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Wem der Herbst nicht nasskalt, die eigene innere Düsternis nicht schwer genug ist, für den bieten die neuen Songs von ­Touché Amoré vielleicht den letzten Anstoß, es den Wolken gleichzutun und im Oktober mal ein paar befreiende Tränen zu ver­gießen. Aber Jahreszeiten­vergleiche mal beiseite: Die Amerikaner schaffen es mit SPIRAL IN A STRAIGHT LINE mal wieder, ein Werk vorzulegen, in dem sich tiefe Trauer und Fingerspitzen­gefühl auf erstaunliche Weise die Hand reichen. Nach den vergangenen beiden Alben, mit denen Sänger Jeremy Bolm den Krebstod seiner Mutter verarbeitete, wirkt das sechste Werk zwar weniger dringlich, aber für sich gesehen ist doch jede Zeile ein Tritt in die Magengrube. Unterstrichen wird das wie immer von Bolms rotzigem Gesang, der es fertig­bringt, auch in Shouts melodisch zu sein.

Der Frontmann klingt stets, als stünde er kurz vor dem Zerbrechen, und die Band weiß diese rohe Emotionalität mit zeit­weise fast optimistischen Klang­bildern (‘Disasters’) oder fragilen Zeilen von Feature-Gästen (Julien Baker im schließenden ‘Goodbye For Now’) zu kontrastieren, sodass die Songs nie „zu viel“ werden. Dennoch: Mit jeder Minute, die verstreicht, wird SPIRAL IN A STRAIGHT LINE herzzerreißender – Taschentücher bereithalten.

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