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Victorius WORLD WAR DINOSAUR

Power Metal, Perception/Edel (12 Songs / VÖ: 17.4.)

4/ 7
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In welcher verkehrten Parallelwelt befinden wir uns?! Victorius waren eigentlich diese arg plumpen Plastik-Dino-Disco-Power-Metaller im Fahrwasser von Gloryhammer und Co. – doch kurz nach dem arg Keyboard- und Disco-schweren zweiten Album von Angus McSix wirken die Leipziger beinahe wie die Retter eines Sub-Genres. Dass (neben Asenbluts Tetzel) Seeb Levermann von (Orden Ogan und) Angus McSix als Gastmusiker mitmischt, ist da nur folgerichtig. Nach vier ­„normalen“ Fantasy Power Metal-Alben (Drachen, Schwerter, Phönixe) zu Karriere­beginn setzen die Goldrüstungsträger zum dritten Mal in Folge auf den Themenkomplex Dinosaurier plus Ninjas plus Laser. Natürlich ist das dämlich; allerdings verlangt es Respekt ab, daraus immer noch neue alliterationslastige Song-Titel und -Texte zu pressen. Vor allem aber: Trotz jeglichem Kitsch, Keyboard und Schmelzkäse bewahren sich Victorius metallische Mächtigkeit und Energie. ‘Brachio Bazooka Battalion’ und ‘Raptor Squad Attack’ stammen vollständig aus dem Sabaton-Song-Baukasten; aus den Einzelteilen (Fanfaren, Riffs, Faustpumpmomente) derart angriffs­lustige und treffsichere Songs zu formen, gelingt selbst den Baukastenbesitzern nicht immer. Zum Gesamtbild gehört auch: Nummern wie ‘Dino Power ­Resistance’, ‘March To War’ und ‘Golden Glory’ übertreiben es mit dem Zucker­gehalt, und auf Albumlänge erschöpfen und wiederholen sich Song-Ideen (in Aufbau, Text und Melodien) dann doch sehr. Wer aber kein Innovations- oder Trueness-Feuerwerk erwartet, wird sich an WORLD WAR DINOSAUR als gelungene Verbeugung vor Power Metal-Veteranen mit dicken (Dino-)Eiern erfreuen.

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