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Volbeat SERVANT OF THE MIND

Metal, Vertigo/Universal (17 Songs / VÖ: 3.12.)

6/ 7
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Wenn ein neues Volbeat-Album ansteht, fühle ich mich wie die Mutter von Forrest Gump. Also zumindest in dem Moment, in dem Mama Forrest eine neue Schachtel Pralinen öffnet. Bei den Dänen weiß ich auch nie ganz genau, woran ich bin. So zerstörend Alben wie GUITAR GANGSTERS & CADILLAC BLOOD (2008) oder BEYOND HELL / ABOVE HEAVEN (2010) waren, so verstörend gestaltete sich das letzte Album REWIND, REPLAY, REBOUND (2019). Mit letztgenanntem Schauerschlager hätte man jedem Metaller ohne Probleme die Weisheitszähne ziehen können, er hätte es während der musikalischen Vollnarkose ohnehin nicht gemerkt. Und jetzt – das! SERVANT OF THE MIND (was ist das eigentlich für ein Titel im Volbeat-Kosmos?!) pumpt dem Hörer von der ersten Sekunde und dem Opener ‘Temple Of Ekur’ an das Rock’n’Roll-Adrenalin in die Adern, besticht mit scharfen Riffs und dicken Ohrwürmern – also genau durch den wilden, überfallartigen Mix aus Classic Rock, Metal, Blues, Country und Heavy Rock, der Michael Poulsen und Kollegen mal berüchtigt und berühmt gemacht hat.

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Volbeat stehen wieder voll im Saft und lassen auf SERVANT OF THE MIND die kompositorischen wie klanglichen Muskeln spielen. ‘Shotgun Blues’ ist der Luftgitarren-Banger des Jahres (‘Say No More’ und ‘Becoming’ stehen dem in nicht viel nach), ‘Wait A Minute My Girl’ macht Ramones- und Jerry Lee Lewis-Fans glücklich, und ‘The Scared Stones’ schlägt gekonnt die Brücke zwischen Slayer, Metallica und Ghost. Kurz vor Schluss rutschen Volbeat nicht nur in die Jahresbestenliste, sondern auch weit nach vorne. Darauf eine La Madeline au Truffe.


Nachdem etliche (auch redaktionelle) Stimmen die zunehmende Mainstreamisierung der Band seit Jahren beklagen, kommen Volbeat mit einem aus der Not geborenen Spontanalbum um die Ecke, welches tatsächlich härter und kohärenter ist als seine direkten Vorgänger. Dies ist wohl die erste Volbeat-Scheibe seit Längerem, bei der ein weibliches Pop-Duett und ein puristischer (perfekter) Rock’n’Roller (‘Wait A Minute My Girl’) nicht die Höhepunkte sind. Frank Thießies (6 Punkte)

Als so schlimm wie Wecki empfand ich das Vorgängeralbum gar nicht. Trotzdem hat SERVANT OF THE MIND mehr Feuer, verströmt mehr Rock’n’Roll und wirkt sogar ein bisschen düsterer, kantiger und härter als zuletzt von den Dänen gewohnt. Immer mal wieder kehren sie sogar kurz ihre Thrash-Wurzeln in den Vordergrund (‘Becoming’, ‘Say No More’), zumeist rockt der (P)Elvis und lässt trotz langer Laufzeit immer wieder aufhorchen (‘Return To None’, ‘The Devil Rages On’). Sebastian Kessler (5 Punkte)

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